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Russland übernahm militärische Kontrolle auf Krim

Nach dem international umstrittenen Anschluss der Krim hat Russland dort offiziell die militärische Kontrolle übernommen. Auf der von Kiew abtrünnigen Halbinsel wehe nun über 147 ukrainischen Militäreinrichtungen die russische Fahne, so das Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag. Prorussische Kräfte sollen am Samstag laut AFP eine ukrainische Militärbasis auf der Krim gestürmt haben.

Außerdem habe die russische Schwarzmeerflotte bisher 54 von insgesamt 67 ukrainischen Schiffen übernommen, zuletzt am Samstag gewaltsam das veraltete U-Boot "Saporoschje", das allerdings seit Jahren nicht mehr eingesetzt worden war. Nach Darstellung Moskaus wollen weniger als 2.000 der mehr als 18.000 ukrainischen Soldaten die Halbinsel verlassen. Ukrainische Stützpunkte waren wochenlang von Bewaffneten in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen umstellt gewesen. Nach einhelliger Meinung handelte es sich dabei um russische Soldaten, was Moskau stets dementierte.

Prorussische Kräfte haben am Samstag indes eine weitere ukrainische Militärbasis auf der Krim gestürmt. Dies berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus Nowofedorowka im Westen der Schwarzmeerhalbinsel. Nach ukrainischen Angaben haben russische Soldaten den Fliegerhorst Belbek auf der Krim zunächst umstellt und den ukrainischen Soldaten ein Ultimatum gestellt. In Belbek ist das mit MiG-29 ausgerüstete 204. Jagdfliegerregiment stationiert.

Wenig später wurde gemeldet, dass Bewaffnete mit gepanzerten Fahrzeugen die ukrainische Luftwaffenbasis gestürmt haben. Ein Fahrzeug durchbrach demnach das Tor des Militärstützpunktes Belbek in der Nähe von Sewastopol, wo die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist. Daraufhin stürmten Bewaffnete auf das Gelände, feuerten Schüsse in die Luft und hielten ukrainische Soldaten mit automatischen Gewehren in Schach.

Zudem hat Russland am Samstag freies Geleit für ukrainische Soldaten von der Halbinsel angeordnet. Konkret geht es um einen 61 Mann starken Teil einer Luftlandebrigade. Die Soldaten wollen ihren Dienst in der ukrainischen Armee fortsetzen. Die moskautreue Krimführung hatte im Gegenzug für den Abzug verlangt, dass die Militärs ihre Ausrüstung zurücklassen. Nun befahl der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, die Soldaten könnten mit eigenen Fahrzeugen abrücken. Sie sollen bis zur Grenze von russischer Militärpolizei eskortiert werden.

Der kommissarische ukrainische Verteidigungsminister Igor Tenjuch warf Kommandanten auf der Krim "schwache Moral" vor. "Männer heulen nicht", entgegnete Tenjuch dem Befehlshaber einer Armee, der sich über mangelnde Unterstützung und fehlende Anordnungen des Generalstabs beklagt hatte. Das meldete die Agentur Unian am Samstag.

Die Armee sei in den vergangenen Jahren schlecht ausgebildet und nicht auf den Ernstfall vorbereitet gewesen, kritisierte Tenjuch. Marinechef Sergej Gajduk betonte, die Soldaten auf der Krim müssten ihre Kriegsschiffe und Stützpunkte sichern. Ein Abzug komme nicht infrage, sagte Gajduk in einer Sendung des Fernsehkanals TSN.

(Quelle: S24)

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