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Ruth Maria Kubitschek - Das "Spatzl" wird 80

Drehtermine in Amerika, England und Deutschland, Buchvorstellungen und Ausstellungseröffnungen - der Terminplan von Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek wäre eine Herausforderung für jede 20-Jährige.

Drehtermine in Amerika, England und Deutschland, Buchvorstellungen und Ausstellungseröffnungen - der Terminplan von Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek wäre eine Herausforderung für jede 20-Jährige. Am Dienstag wird die Grand Dame des Fernsehens achtzig Jahre alt - doch für eine Feier bleibt keine Zeit. "Ich werde dann wahrscheinlich irgendwo in einem Flugzeug sitzen", sagt sie lachend. Mit dem kecken Lächeln und der blondgefärbten kinnlangen Frisur scheint heute noch viel vom "Spatzl" - ihrer Paraderolle in der Fernsehserie "Monaco Franze" - in Ruth Maria Kubitschek zu stecken. In den 80er Jahren machte sie diesen Kosenamen bundesweit bekannt - weil der treulose Titelheld der Serie sie in der Rolle seiner leidenden Ehefrau immerzu als "Spatzl" anredete.

Die erste Rolle von Ruth Maria Kubitschek

Ihre erste Rolle spielte Ruth Maria Kubitschek, die 1931 in Komtau in der Tschechoslowakei geboren wurde und in der ehemaligen DDR aufwuchs, mit vier Jahren in einer Kindergarten-Aufführung. "Seither stand für mich fest: Ich werde Schauspielerin." Gegen den Willen ihrer Mutter besuchte sie die Hochschule für Theater und Musik in Halle und das Deutsche Theaterinstitut in Weimar. Dort lernte sie ihren Ehemann, den späteren Regisseur Götz Friedrich kennen. Ihr Debüt gab die Kubitschek als Fina in Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" in Halle. Es folgten Theaterengagements in Schwerin und Ost-Berlin sowie erste Filmrollen bei der Defa wie "Das kleine und das große Glück". Auch im DDR-Fernsehen wurde sie als "Rose Bernd" und "Carmen" schnell ein Begriff. Nach einem Gastspiel in Celle blieb Ruth Maria Kubitschek 1959 im Westen und unterschrieb einen Vertrag am dortigen Schlosstheater. Schon nach der ersten Spielzeit engagierte Fritz Kortner sie für seine TV-Inszenierung der "Lysistrata" als Spartanerin Lampito.

Der entgültige Durchbruch von Kubitschek

Ihre größte Popularität bescherte Ruth Maria Kubitschek die Rolle einer Toten: 1966 spielt sie die "Melissa" in einem dreiteiligen Durbridge-Krimi. "Nach sieben Minuten auf der Leinwand war ich tot - aber nach dieser Rolle war mein Name in aller Munde", erzählt Kubitschek. 1983 gelang ihr als "Spatzl" der endgültige Durchbruch, den sie mit "Kir Royal" und den "Guldenburgs" krönte. "Mein Herz schlug schon immer mehr für den Film, deshalb habe ich mich mit 50 von der Bühne verabschiedet", sagt Kubitschek heute.

Ruth Maria Kubitschek: "Fernsehfrau des Jahres"

Als "ostdeutsche Marilyn Monroe" wurde sie von den Medien in den Zeiten ihrer größten Erfolge gefeiert, 1986 wird sie zur "Fernsehfrau des Jahres" gewählt. Sie erhält Auszeichnungen wie die "Goldene Kamera", den "Bambi", das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. Neben der Schauspielerei schreibt Ruth Maria Kubitschek Romane. Erst vor kurzem stellte sie ihren zehnten Roman "Sterne über der Wüste" vor. "Nebenbei male ich. Mal mehr, mal weniger, aber ich habe schon unzählige Bilder verkauft", erzählt sie.

Kubitschek ist "sehr glücklich" mit ihrem Leben

Nach ihrer Scheidung von Friedrich, mit dem sie einen gemeinsamen Sohn hat, fand Ruth Maria Kubitschek vor 35 Jahren mit dem Fernsehproduzenten Wolfgang Rademann auch ihr privates Glück. Und auch das hält sie auf Trab: Er lebt in Berlin, sie in ihrer schweizer Wahlheimat am Bodensee. Eine späte Hochzeit stehe nicht an, sagt die Schauspielerin. "Auch zusammen ziehen wollen wir nicht. Wir bleiben Vielflieger." Obwohl sie immer unterwegs sei, sehne sie sich nie nach einem Ruhestand: "Wenn ich die Dinge nicht jetzt tue - wann dann? Ich bin mit meinem Leben - genau wie es ist - sehr glücklich." dpa
(Quelle: S24)

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