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Säbelrasseln auf der Krim - Ukraine fürchtet Krieg

Die Ukraine fürchtet angesichts der Besetzung der Halbinsel Krim durch russische Truppen einen Krieg mit ihrem mächtigen Nachbarland und bittet die NATO um militärischen Beistand. "Wir stehen am Rande einer Katastrophe", sagte der amtierende Ministerpräsident Arseni Jazenjuk. Unterdessen sagte der Chef der ukrainischen Marine den prorussischen Regionalbehörden auf der Krim seine Gefolgschaft zu.

Die Situation auf der Krim ist derzeit äußerst explosiv. Soldaten in Kampfanzügen ohne Abzeichen kontrollieren mehrere Flughäfen sowie das Zentrum der Krim-Hauptstadt Simferopol. Offiziell hat die Krim seit 1992 den Status einer autonomen Republik innerhalb der Ukraine.

Der Sicherheitsrat in Kiew versetzte die Armee in höchste Alarmbereitschaft und mobilisierte alle Reservisten. Der Luftraum wurde zudem für Militärflugzeuge gesperrt. Das Parlament rief das Ausland auf, internationale Beobachter zu entsenden und Hilfe beim Schutz der Nuklearanlagen zu leisten.

Der Chef der ukrainischen Marine, Admiral Denis Beresowski, gab am Sonntagabend im Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim seine Ausrichtung bekannt: "Ich schwöre, die Anordnungen der Führung der autonomen Republik der Krim zu befolgen", sagte Beresowski in seiner vom Fernsehen ausgestrahlten Erklärung. Beresowski war erst am Freitag vom neuen ukrainischen Übergangs-Präsidenten Alexander Turtschinow zum Kommandant der Marine ernannt worden.

Die Regionalregierung der überwiegend russischsprachigen ukrainischen Halbinsel Krim hat sich faktisch von der Zentralregierung in Kiew losgesagt. Am Samstag bat sie Moskau um Unterstützung, woraufhin Russlands Präsident Putin sich vom Parlament grünes Licht für einen Militäreinsatz in der Ukraine geben ließ.

In der schärfsten Konfrontation zwischen Russland und dem Westen seit dem Ende des Kalten Krieges warf US-Präsident Obama seinem Kollegen Putin in einem 90-minütigen Telefonat die Verletzung des Völkerrechts und der ukrainischen Souveränität vor. Putin entgegnete, Russland werde seine Interessen auf der Krim und im Osten der Ukraine verteidigen.

Auch mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel führte Putin ein Telefonat, in dem ihm diese vorwarf, mit der "unakzeptablen russischen Intervention auf der Krim gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben". Der russische Präsident habe den Vorschlag der Kanzlerin akzeptiert, umgehend eine sogenannte Fact Finding Mission sowie eine Kontaktgruppe, möglicherweise unter der Leitung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), einzurichten, um einen politischen Dialog zu beginnen, sagte ein deutscher Regierungssprecher. Nach Angaben des Kreml verteidigte Putin den den möglichen russischen Militäreinsatz in der Ukraine auch in diesem Gespräch.

In Brüssel kamen die NATO-Botschafter zu einer Krisensitzung zusammen. "Was Russland jetzt in der Ukraine macht, verletzt die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen", sagte NATO-Generalsekretär Rasmussen vor dem Treffen. "Es bedroht Frieden und Sicherheit in Europa." Die EU-Außenminister kommen am Montag (13.00 Uhr) in Brüssel zusammen, um über die sich zuspitzende Krise in der Ukraine zu beraten.

US-Außenminister Kerry warf Putin einen "unglaublichen Akt der Aggression" vor und drohte mit Sanktionen. "Im 21. Jahrhundert verhält man sich nicht wie im 19. Jahrhundert, indem man auf Basis frei erfundener Gründe in ein anderes Land einmarschiert", sagte er dem Sender CBS.

(Quelle: S24)

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