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Sahara-Geiseln: Erste Details der Geiselhaft werden bekannt

Erste Details der Geiselhaft der beiden in der Sahara entführten Österreicher werden bekannt. So habe sich Andrea Kloiber “ständiger Psychofolter” ausgesetzt gesehen, berichtete der “Kurier” und stützt sich auf “erste Erzählungen gegenüber den Helfern”. Chefverhandler dementiert neuerlich Lösegeldzahlung

Körperliche Übergriffe gegen Kloiber habe es keine gegeben. Die beiden Schäferhunde, die das Touristenpaar mit nach Tunesien genommen hatte, seien von den Geiselnehmern kurz nach der Entführung mit einem Strick erdrosselt worden. An Flucht hätten die beiden Geiseln oft gedacht, doch wegen der Gefahren der Wüste nie einen Versuch unternommen.

Der letzte Tag in Freiheit der beiden war demnach der 18. Februar dieses Jahres, an dem sie in einem Landrover in der tunesischen Wüste westwärts fuhren. Kurze Zeit später sollen die beiden Individualtouristen von rund 60 Angreifern in “Pick-up’s” überwältigt, mit Kalaschnikows bedroht und zum Mitfahren gezwungen worden sein. Bei den Entführern habe es sich um Fundamentalisten gehandelt, die in der Wüste einen Guerillakrieg gegen die “verhassten Regierungen Algeriens und Tunesiens” – und auch gegen die ehemalige Kolonialmacht Frankreich führen wollten, berichtet die Zeitung.

Die Identität der Geiselnehmer sei zwar nicht bekannt, die Beschreibung passe laut “Kurier” aber auf die Al Kaida im islamischen Maghreb. Die Kidnapper seien gut organisiert und mit Satellitentelefon, Handys sowie GPS-Navigation ausgestattet gewesen. Die Entführer legten mit den beiden Geiseln “enorme Wegstrecken” durch die Wüste zurück, um tunesischen und algerischen Truppen zu entkommen. Tagsüber seien sie meist “unter Flugdächern oder in Zelten gelegen” und bei Nacht weitergefahren. Zu essen habe es Fleisch, meist Gazellenfleisch, gegeben.

In den ersten Wochen hätten Kloiber und Wolfgang Ebner die meiste Zeit auf dem Boden liegen müssen, berichtete der “Kurier”. Rund vier Quadratmeter habe man ihnen zugestanden. Die Geiseln hätten Angst vor “Wundliegen” bekommen. Die Mujaheddin zeigten Kloiber – als Frau und “Ungläubige” – deutlich ihre Ablehnung und wechselten nicht “auch nur ein Wort” mit ihr. Die einzige Bezugsperson der Österreicherin sei daher während der acht Monate Ebner gewesen. Ein Kartenspiel habe ihnen geholfen, um “in der Eintönigkeit geistig fit zu bleiben.”

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 04:43 auf https://www.salzburg24.at/archiv/sahara-geiseln-erste-details-der-geiselhaft-werden-bekannt-59606779

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