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Salzburg: Arbeitslosigkeit im Dezember um 23,6 Prozent gestiegen

Die Arbeitslosenrate ist im Dezember gegenüber dem Vorjahr im Bundesland Salzburg so stark gestiegen wie nirgends sonst in Österreich, nämlich um 23,6 Prozent. Noch liegt die Zahl der Arbeitslosen österreichweit aber unter dem Wert von Dezember 2005.

Der Winterbeginn brachte für Salzburg einen kräftigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Am letzten Tag des Jahres 2008 waren 11.495 Personen arbeitslos gemeldet. Das bedeutet im Vergleich zum Dezember des Vorjahres ein Plus von 23,6 Prozent und zugleich den stärksten Zuwachs bundesweit. Im österreichischen Durchschnitt ist die Arbeitslosigkeit um 8,2 Prozent gestiegen.

Trotz Sorge über die steigenden Zuwächse, die den Salzburger Arbeitsmarkt nun breitflächiger erfassen, relativiert der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg, Siegfried Steinlechner, den massiven Anstieg im Dezember: „Bei der Bewertung ist zu berücksichtigen, dass solche Sprünge in Phasen des Abschwungs immer auftreten. Beispielsweise gab es im August 2002 ein Plus von fast 26 Prozent und im Dezember 2004 waren um mehr als tausend Personen als derzeit ohne Arbeit.” Sogar für einen Lichtblick sorgt die Arbeitslosenquote. Hier konnte mit 4,6 Prozent der bundesweite Bestwert von Oberösterreich „zurückerobert” werden (Quote nach nationaler Berechnungsmethode).

Für die kräftigsten Anstiege der Arbeitslosigkeit sorgte der Bereich der Warenherstellung mit einem Plus von 48,2 Prozent oder 485 zusätzlichen Arbeitslosen. Daran hauptbeteiligt waren unter anderem die Branchen Kraftfahrzeugherstellung (+570%), Holz (+73,4%), Maschinen (+66,7%) und Metall (+46,6%). Ebenfalls spürbare Zuwächse entstammen den Wirtschaftsabschnitten Arbeitskräfteüberlasser (+48,4%) und Verkehr (+40,3%). Ebenfalls ein deutlicher Anstieg an zusätzlichen Arbeitslosen kommt mit plus 403 Personen vom Bau, wenngleich hier der Zuwachs mit 17,9 Prozent noch unter der Gesamtarbeitslosigkeit zu liegen kommt.

Ende Dezember stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich um 21.841 Personen oder 8,2 Prozent auf insgesamt 287.147 Jobsuchende. Damit war die Arbeitslosenzahl jedoch noch deutlich niedriger als vor drei Jahren (Dezember 2005: 307.282 Arbeitsuchende). Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung lag Ende Dezember bei 7,8 Prozent (Dezember 2005: 8,8 Prozent), gegenüber Dezember des Vorjahres stieg die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozent. Die zuletzt verfügbare EU-Quote vom Oktober betrug 3,0 Prozent. Damit lag Österreich innerhalb der EU hinter den Niederlanden an 2. Stelle.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren alle Bundesländer betroffen. Den relativ stärksten Zuwachs gab es allerdings in Salzburg. Gefolgt wird Salzburg in der Statistik von Kärnten (plus3.618 oder 16,2%), Oberösterreich (plus 4.438 oder 15,2%), der Steiermark (plus 5.366 oder 13,2%), Vorarlberg (plus 1.112 oder 12,9%) und Tirol (plus 1.880 oder 12%). In Wien lag die Arbeitslosigkeit nur geringfügig über dem Vorjahresniveau (plus 165 oder 0,2 %).

“Die internationale Konjunkturkrise als Folge der Finanzmarktturbulenzen macht sich nun auch am österreichischen Arbeitsmarkt bemerkbar. Ende Dezember stieg die Zahl der Jobsuchenden in Österreich im Vorjahresvergleich erstmals seit 2,5 Jahren wieder an. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit erfolgt allerdings von einem niedrigen Niveau aus. Österreich hat für die schwierigeren Zeiten eine gute Ausgangsposition”, betonte Herbert Buchinger, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS).

(Quelle: S24)

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