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Salzburg gutes Pflaster für neue Gruppierung

Die NEOS schafften bei ihrem ersten Antreten bei der Gemeinderatswahl nicht nur sofort den Einzug ins Rathaus, sondern sogar den Sprung in das fünfköpfige Stadtrats-Kollegium. APA/ Gindl
Die NEOS schafften bei ihrem ersten Antreten bei der Gemeinderatswahl nicht nur sofort den Einzug ins Rathaus, sondern sogar den Sprung in das fünfköpfige Stadtrats-Kollegium.

Die Stadt Salzburg ist offenbar ein gutes Pflaster für neue politische Gruppierungen. Das stellten am Sonntag die NEOS bei der Gemeinderatswahl in der Landeshauptstadt einmal mehr unter Beweis, wo sie erstmals in ihrer jungen Geschichte einen Sitz in einem Stadtrats-Kollegium und damit Regierungsverantwortung in Österreich erhielten.

Schon in den Nachkriegsjahren war Salzburg Schauplatz einer politischen Weichenstellung, die bis in die Gegenwart von Bedeutung ist: 1949 gründeten hier Herbert Kraus und Viktor Reimann den Verband der Unabhängigen (VdU) bzw. Wahlpartei der Unabhängigen (WdU), der sieben Jahren später in der FPÖ aufging.

Auch für die Grünbewegung wurde in der Stadt Salzburg ein Meilenstein gesetzt: Am 2. Oktober 1977 schaffte mit der Salzburger Bürgerliste erstmals eine Grün-Gruppierung den Sprung in ein Parlament, in diesem Fall in den Gemeinderat der Mozartstadt. Nur fünf Jahre später erzielte die Bürgerliste einen für damalige Verhältnisse fulminanten Wahlerfolg (17,7 Prozent, sechs Mandate), und Johannes Voggenhuber wurde als Stadtrat der erste Grüne in Regierungsverantwortung in ganz Europa.

Erst im Vorjahr schrieb erneut eine neue politische Bewegung Geschichte in Salzburg: Nachdem das Team Stronach im Sog des Finanzskandals am 5. Mai 2013 mit drei (von 36 möglichen) Mandaten auf Anhieb den Einzug in den Landtag geschafft hatte, wurde am 26. Juni Hans Mayr als erstes Landesregierungs-Mitglied der jungen Partei in Österreich angelobt. Mayr ist seither als Landesrat für Wohnen und Verkehr tätig.

Und am 9. März 2014 war es wieder Salzburg, wo eine junge Bewegung eine Hürde übersprang: Die NEOS schafften bei ihrem ersten Antreten bei der Gemeinderatswahl nicht nur sofort den Einzug ins Rathaus, sondern sogar den Sprung in das fünfköpfige Stadtrats-Kollegium. Dort wird voraussichtlich Spitzenkandidatin Barbara Unterkofler als erste NEOS-Politikerin in Österreich Regierungsverantwortung übernehmen. Die Entscheidung fiel allerdings denkbar knapp: Der Vorsprung zur FPÖ betrug bei rund 110.000 Wahlberechtigten gerade einmal sechs Stimmen. (APA)

(Quelle: S24)

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