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Salzburger Arbeitsmarkt: Negative Dynamik bremst sich ein

Salzburger Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, gute Mitarbeiter trotz schlechter Auftragslage an sich zu binden. 3000 Menschen sind im Bundesland derzeit in Kurzarbeit.

Es geht zwar noch nicht wieder aufwärts, aber viel schlechter dürfte es vorerst auch nicht werden: So lassen sich die Einschätzungen von Experten über die Wirtschaftslage im Bundesland zusammenfassen. Für Siegfried Steinlechner, Leiter des Salzburger Arbeitsmarktservice (AMS), gibt es Anzeichen, dass sich die negative Dynamik am Arbeitsmarkt in den vergangenen Wochen etwas eingebremst hat.“Mein Eindruck ist, dass zumindest eine erste Talsohle erreicht ist”, sagte Steinlechner im Gespräch mit der APA. Im Mai waren 13.217 Personen im Bundesland arbeitslos gemeldet – um 37,4 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahrs. Im März hatte es noch einen Zuwachs von 60 Prozent gegeben. Ähnlich die Einschätzung von Irene Schulte, der Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Salzburg: Es gebe Betriebe, von denen man höre, dass sich die Auftragslage wieder bessere und es mehr Bewegung gebe. “Wir hoffen, dass es eine Bodenbildung gibt”, sagte Schulte zur APA.

Auch in Zeiten von Kündigungen sind Facharbeiter gefragte Leute. “Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften ist nach wie vor groß. Ein Teil der gekündigten Beschäftigten wechselt direkt zu anderen Betrieben”, weiß Steinlechner. Salzburger Unternehmen versuchen durch Kurzarbeit und Wiedereinstellungszusagen, ihre guten Leute für die Zeit nach der Krise an sich zu binden. “Alle Modelle sind darauf ausgerichtet, die Mitarbeiter beim Betrieb zu halten”, erläutert der AMS-Chef.

Im Bundesland Salzburg befinden sich derzeit rund 3.000 Menschen – vor allem Männer – in Kurzarbeit. Die Bildungskarenz – eine Möglichkeit, die Beschäftigten in Zeiten schlechter Auftragslage zwischen drei Monaten und einem Jahr mit Unterstützung des AMS weiter zu qualifizieren – werde immer stärker in Anspruch genommen. In Salzburg seien rund 120 Personen in Bildungskarenz, sagte Steinlechner. Auch für die Bildungskarenz plus, bei der das Land einen Teil der Ausbildungskosten fördert, gebe es steigendes Interesse seitens der Unternehmen, sagte Steinlechner. Von Aussetzungsverträgen – eine Kündigung mit Wiedereinstellungszusage – sind zur Zeit rund 400 Personen betroffen. “Das waren in Salzburg in den vergangenen Monaten schon über 500″, sieht Steinlechner Indizien dafür, dass die negative Dynamik am Arbeitsmarkt etwas eingebremst ist.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.05.2021 um 05:30 auf https://www.salzburg24.at/archiv/salzburger-arbeitsmarkt-negative-dynamik-bremst-sich-ein-59620507

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