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Salzburger Betrieb bezahlte Lehrlingen nur 40 Prozent des Mindestlohns

Salzburg – Auch in Salzburg finden sich unter jenen Betrieben, die Lehrlinge ausbilden, immer wieder schwarze Schafe. Im jüngsten Fall von Ausbeutung bei Lehrlingen erhielten zwei Lehrmädchen eines Kosmetikbetriebes lediglich 40 Prozent des ihnen zustehenden Mindestlohns, berichtete die Arbeiterkammer am Mittwoch in einer Aussendung.

Ein Mädchen, dass im ersten Lehrjahr ausgebildet wurde, erhielt im Kosmetikbetrieb pro Monat 206 Euro brutto, ihre Kollegin, die kurz vor dem Auslernen war, 396 Euro.

Die Arbeiterkammer nahm sich daraufhin des Falles an. Der Dienstgeber habe lapidar erklärt, es gebe keinen Kollektivvertrag. Auch die Empfehlung der Wirtschaftskammer, Lehrlingen im Gewerbe der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure eine Entschädigung wie bei den Friseurlehrlingen zu bezahlen, wurde vom Betrieb nicht berücksichtigt. Damit hätte die 17-Jährige immerhin 342 Euro brutto und ihre 20-jährigen Kollegin 599 Euro pro Monat verdient. Der Lohn der beiden Mädchen, war gerade einmal soviel, wie der Kollektivvertragslohn aus dem Jahr 1992. Beide Beschäftigungsverhältnisse wurden inzwischen aufgelöst, so die Arbeiterkammer.

“Wir haben außergerichtlich erreicht, dass der 17-Jährigen 528 Euro und ihrer 20-jährigen Kollegin 4.398 Euro nachbezahlt werden mussten.”, sagt Margit Plötzeneder. Es müsse nun endlich ein adäquater Kollektivvertrags-Mindestlohn für Kosmetiker, Masseure und Fußpfleger her, fordert die AK-Expertin.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.05.2021 um 05:29 auf https://www.salzburg24.at/archiv/salzburger-betrieb-bezahlte-lehrlingen-nur-40-prozent-des-mindestlohns-59622148

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