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Salzburger Bordellbetreiber wegen Steuerhinterziehung zur Haftstrafe verurteilt

Salzburg – Wegen 2,9 Millionen Euro an Abgabenhinterziehung ist am Mittwoch ein ehemaliger Betreiber eines Bordells in der Stadt Salzburg am Landesgericht Salzburg nicht rechtskräftig verurteilt worden.

Der Schöffensenat verhängte eine teilbedingte Geldstrafe von einer Mio. Euro, wovon der 62-jährige Beschuldigte 250.000 Euro zahlen muss. Zudem erhielt er eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten. Der bisher unbescholtene Mann, der ein reumütiges Geständnis abgelegt hatte, erbat Bedenkzeit.

Der geschäftsführende Gesellschafter der damaligen GmbH hat im Zeitraum von 1991 bis 2001 Gewerbesteuer, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer sowie Körperschafts- und Kapitalertragssteuer teilweise nicht abgeliefert, führte Staatsanwalt Oliver Schoßwohl aus. Er habe bis 1994 sämtliche Abgaben und Steuern am Fiskus vorbeigeschleust. Danach wurde dem Finanzamt zwar ein Umsatz und Erlös aus dem Getränkeverkauf und der Zimmervermietung mitgeteilt, “der aber viel zu niedrig angegeben wurde”, so der Staatsanwalt.

Bei einer Hausdurchsuchung im August 1997 fanden die Ermittler Tageslosungen von 16 Tagen, wo für Getränke und “Zimmerdienste” ein einziger Betrag verrechnet worden ist. “Bei Barzahlungen wurde das Zimmer nicht angeschrieben”, gestand der Beschuldigte auch ein. Dass Tagesrechnungen nach Aufteilung der Summe mit den Nachtclub-Damen im Müll landeten und damit laut Vorsitzenden Richter Wilhelm Longitsch Beweismaterial vernichtet worden sei, bestritt der 62-Jährige ebenfalls nicht. Er habe gewusst, dass aufgrund unrichtiger Umsatzsteuervoranmeldungen dem Fiskus Steuerbeträge vorenthalten wurden.

Verteidiger Peter Lechenauer meinte, sein Mandant sei steuerlich nicht gut beraten worden. Dass der Umsatz der tätigen “Damen” nicht gemeldet wurde, “war gang und gäbe. Auch heute ist den Leuten in diesem Gewerbe nicht bewusst, welche Versteuerungen durchzuführen sind”. Das Sparbuch in der Höhe von umgerechnet rund 200.000 Euro, das bei der Hausdurchsuchung gefunden wurde, “soll für die Schadenswiedergutmachung verwendet werden”, sagte der Beschuldigte. Nach Angaben eines Finanzvertreters hat der Mann bisher insgesamt 7,5 Prozent der inkriminierten Summe beglichen.

(Quelle: S24)

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