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Salzburger Festspiele: Butterbrot und Bierbänke als Promimagnet

Nur wenige Schritte vom Festspielhaus entfernt trifft man zwischen Einheimischen und Touristen im Sommer in der Salzburger Innenstadt auch die großen Stars der Festspiele im Restaurant "Triangel". Ob Anna Netrebko und ihr Erwin Schrott, Schauspieler Ben Becker oder Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: Alle setzen sich gerne und oft auf die Bierbänke von Franz Gensbichler und lassen sich die heimische Küche schmecken. "Bei uns darf jeder so sein, wie er ist", meinte Gensbichler zu seinem Erfolgsrezept im APA-Gespräch.

Besonderer Wert wird auf Bodenständigkeit gelegt: "Bei uns wird jeder per Du angesprochen, egal wer kommt", meinte der Gastronom. Wenn alle Plätze belegt sind und etwa Opern-Diva Anna Netrebko zufällig Lust auf ein Carpaccio vom Bio-Rind mit Parmesan hat, wird immer ein Weg gefunden. "Dann setz' ich sie einfach so lang zu einem Tisch dazu, bis ein Platz frei wird", sagte Gensbichler.In der Gaststätte in der Wiener Philharmonikergasse setzt man nicht nur auf Kulinarik. "Bei uns bekommt man mehr als nur Essen und Trinken", erklärte Gensbichler. Die Idee war es, das Lokal familiär zu führen und für jeden zugänglich zu machen. Dementsprechend moderat sind auch die Preise, die während der Festspielzeit nicht erhöht werden. Neben Künstlern und Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft finden sich so auch immer viele Studenten ein. "Die richtige Mischung der Gäste macht's aus. Nur so bekommt man auch eine gute Atmosphäre", sagte Genspichler.

Speisen nach Stars benannt

Auch mit der Zahlungsmoral der Stars und Sternchen gab es im "Triangel" noch nie ein Problem. "Alle zahlen ihre Speisen selber, aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich jemanden einladen will, mach' ich das auch. Egal ob berühmt oder nicht", so der Wirt. Gewürdigt werden die bekannten Persönlichkeiten lieber direkt in der Speisekarte: So wurde die kräftige Rindsuppe mit Frittaten nach Stammgast Ben Becker benannt. Seine Kollegin auf der "Jedermann"-Bühne und Buhlschaft, Birgit Minichmayr, wurde mit der Forelle Müllerin aus heimischem Gewässer mit Petersilienerdäpfel und Salat verewigt. Wer die Lieblingsspeise von Erwin Schrott bestellt, erhält gebratene Nudeln mit Saiblingsfilet.

Einfaches Butterbrot zum Wein

In der Speisekarte zu finden ist auch ein einfaches Butterbrot. "Ich habe das früher immer bei meiner Oma gegessen", erklärte Gensbichler und zu einem Glas Wein würde sich diese Kleinigkeit bestens anbieten. Wenn zu späterer Stunde schon mehrere Flaschen edler Tropfen geleert wurden, erlebt der Wirt einiges. Peinliche Anekdoten sind ihm aber nicht zu entlocken: "Das ist dann privat. Diese Geschichten bleiben sicher bei mir", schmunzelte Gensbichler. Selbst schafft er es in der umsatzstärksten Festspielzeit jedenfalls kaum zu Vorstellungen, um seine Gäste in Aktion zu erleben: "Ich gehe immer erst in der letzten Augustwoche, wenn der Stress bei mir etwas nachlässt." (APA)

(Quelle: S24)

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