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Salzburger Festspiele: Grüne planen Gegenveranstaltung mit Ziegler

Als "beschämend" hat der Landessprecher der Salzburger Grünen, Cyriak Schwaighofer, die Ausladung des Globalisierungskritikers Jean Ziegler als Festredner für die Eröffnung der diesjährigen Salzburger Festspiele bezeichnet.

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) sei damit "vor den Konzernen in die Knie gegangen", kritisierte der Landtagsabgeordnete in einer Aussendung. Er will mit zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür sorgen, dass Ziegler seine Rede in "einem anderen Rahmen" in Salzburg halten kann.

Die Suche nach Partnern und einem Termin möglichst nahe an der Eröffnungszeremonie der Festspiele seien bereits im Gang, sagte Schwaighofer. Er betonte, Ziegler habe stets bestritten, dass er den "Muammar-Gaddafi-Preis" erhalten habe. "Burgstaller hätte mit Ziegler vielleicht einmal reden sollen, bevor sie ihm einfach eine unpersönliche Ausladung schickt."

Die Landeshauptfrau entlarve dadurch auch den angeblichen Anspruch der diesjährigen Eröffnungsrede als inhaltsleeres PR-Gerede. Der Kapitalismuskritiker hätte natürlich auch darüber geredet, welchen Anteil multinationale Konzerne am Hunger und Elend in der Welt hätten, meinte Schwaighofer. Die Vorwürfe bezüglich des Gaddafi-Preises würden vom American Jewish Committee stammen. Ziegler habe in einem Bericht aus dem Jahre 2004, den er als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung über die Situation in den Palästinensischen Autonomiegebieten verfasst habe, Israel vorgeworfen, den Zugang der palästinensischen Bevölkerung zu ausreichender Ernährung zu behindern.

Auch Gerhard Ruiss und Renate Welsh von der "IG Autorinnen Autoren" wollen sich dafür einsetzen, dass Ziegler seine Rede trotzdem halten kann - "in einer Form, in der seine Rede genauso viel Beachtung erhält wie sie bei den Festspiele gefunden hätte." Ziegler habe bereits am 5. März in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gesagt, dass Gaddafi völlig verrückt sei, und in dem Interview zur Durchsetzung der Flugverbotszone in Libyen aufgefordert. Es stelle sich die Frage, wieso Burgstaller Wochen später meine, Ziegler wegen Nähe zu Gaddafi als Festredner auslanden zu müssen. Weil sich die Salzburger Festspiele oder die Sponsoren der Festspiele gegen ihn ausgesprochen hätten?, so die IG-Autoren in einer Stellungnahme.

Eine Stellungnahme hat am Nachmittag auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in einer Aussendung abgegeben. "Nicht die Festspiele, und schon gar nicht ich als Festspielpräsidentin haben eingeladen oder ausgeladen", betonte Rabl-Stadler. "Mit aller Vehemenz möchte ich mich aber gegen den im ORF von Jean Ziegler geäußerten Verdacht zur Wehr setzen, man hätte ihn als Kniefall gegenüber den Sponsoren ausgeladen. Kein Sponsor wusste von einer möglichen Einladung Zieglers. Mit keinem haben die Landeshauptfrau oder ich darüber gesprochen."

Die Gestaltung des Eröffnungsfestaktes inklusive Wahl des Festspielredners liege bei der Landeshauptfrau. "Ich verhehle nicht, dass wir von den Festspielen diese Wahl seit jeher gerne eigenständig getroffen hätten", erklärte die Festspielpräsidentin. Sie habe eine sehr gute Gesprächsbasis mit Burgstaller und mit ihr auch für 2011 eine Reihe von möglichen Kandidaten diskutieren können. "Unter den von mir Vorgeschlagenen waren ausschließlich mögliche Rednerinnen und Redner aus dem Bereich von Philosophie, Literatur und Architektur. Die Landeshauptfrau entschied sich offensichtlich für Jean Ziegler. Bei aller Wertschätzung für sein großes gesellschaftspolitisches Engagement, kann man über seine Äußerungen zu Muammar Al-Gaddafi gerade im Licht der jetzigen Entwicklungen durchaus geteilter Meinung sein." (APA)

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(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.12.2019 um 05:53 auf https://www.salzburg24.at/archiv/salzburger-festspiele-gruene-planen-gegenveranstaltung-mit-ziegler-59176804

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