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Salzburger Festspiele: "Wunderbarer Sommer 2008"

Salzburg - “Den Alltagsstaub von der Seele zu waschen, das ist uns heuer oft gelungen”, so fasste die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler am Donnerstagvormittag ihren Eindruck des Salzburger Festspiel­sommers 2008 in Worte. 2009: Nono und neues Handke-Stück

“Es war ein wunderbarer und beglückender Sommer, und ich weiß schon, dass man uns da wieder Selbstzufriedenheit unterstellen wird. Aber wenn wir hier selbstkritisch sind, dann sagen alle bloß, ‘seht, sie geben zu, dass vieles schlecht war'”.

Die Platzauslastung der am Sonntag zu Ende gehenden Festspiele werde bei 93 Prozent liegen, hieß es. Bei 195 regulären Veranstaltungen, einer verkauften Generalprobe und 30 Sonderveranstaltungen wurden 225.831 Besucher gezählt, mit den 26.385 Besuchern von 27 Einlass- und Generalproben ergibt dies gesamt 252.216 Besucher. Mit 25,1 Mio. Euro Gesamteinnahme erzielte man heuer die zweithöchste Einnahme der Festspielgeschichte, übertroffen nur vom Mozartjahr 2006.

Von “bewegend und toll” sprach auch Intendant Jürgen Flimm, auch wenn “das Stolpern heuer inbegriffen war”. Flimm meinte damit den rundum durchgefallenen “Otello” von Riccardo Muti und Stephen Langridge, der für 2009 überarbeitet werden soll.”Don Giovanni” im Wald ist laut Flimm “irrsinnig gut aufgegangen”, die Don-Giovanni-Regisseure wie Otto Schenk, Stephan Herheim oder Willy Decker seien förmlich in die Knie gegangen, wie es der Salzburger Opernintendant formulierte. Auch der Erfolg von “Herzog Blaubarts Burg” und vor allem von “Romeo et Juliette” sei für ihn selbst nach den Proben nicht zu erwarten gewesen, so der Intendant. “Es wird immer vergessen, was wir hier Unvorstellbares leisten, und der überwältigende Publikumszuspruch entschädigt für diese schwierige Arbeit.”

Konzertchef Markus Hinterhäuser, sagte, “das Publikum der Salzburger Festspiele sei gar nicht so schlecht und folge den schwierigen programmatischen Schwerpunkten wie etwa den “Schubert-Szenen” und vor allem dem “Kontinent Sciarrino” mit unglaublicher Konzentration. “Das ist schließlich kein Veteranen-Treffen neuer Musik. Diese Reihe ist besonders vital, und die Zuschauer gehen mit.”

Schauspielchef Thomas Oberender lobte sein “Programm der Pluralität von Formaten” und sprach vom Versuch, Theater am Puls der Zeit nur für Salzburg zu schaffen, das Grund gibt, hierher zu fahren. “Wichtig ist, das Salzburger Theater auch von Institutionen wie den Wiener Festwochen abzugrenzen. Daher ist es nötig, etwa eine Buhlschaft nicht nur mit Busen, sondern auch mit Charakter zu präsentieren, was im Fall von Sophie von Kessel ja auch exemplarisch gelungen sei.

Aufgerufen am 10.12.2018 um 06:04 auf https://www.salzburg24.at/archiv/salzburger-festspiele-wunderbarer-sommer-2008-59599189

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