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Salzburger Forscher arbeitet an Photovoltaik-Zellen der Zukunft

Salzburg – An der Universität Salzburg arbeitet der Materialwissenschafter Herbert Dittrich mit seinem Team an einer neuen Technologie für Solarzellen.

Er will mit neuen Halbleitermaterialien auf Basis von Sulfosalzen die Energieerzeugung aus Sonne revolutionieren. Seine Technologie könnte wesentlich günstiger als herkömmliche Halbleitermaterialien sein.

Die aufwendige Grundlagenforschung im seit 2007 an der Universität Salzburg bestehenden Christian-Doppler-Labor “Applications of Sulfosalts in Energy Conversion” wird von der Salzburg AG in den kommenden Jahren mit 650.000 Euro unterstützt. “Die Photovoltaik ist für uns ein wichtiges Thema”, begründete Salzburg-AG-Vorstand Arno Gasteiger am Montag bei einem Pressegespräch, warum sich der Energieversorger zur Kooperation mit der Universität entschlossen hat. Die Salzburg AG hat in den vergangenen Jahren rund 40 Mio. Euro in den Bau von Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von zehn MW investiert. Realisiert werden derzeit ausschließlich Projekte im Ausland, weil in Deutschland und Italien die Förderungen für Stromgewinnung aus Sonnenenergie höher sind als in Österreich.

Eines der größten Probleme bei der großflächigen Erzeugung von Strom aus Sonne sind die hohen Herstellungs- und Investitionskosten für die Anlagen. Dittrich geht davon aus, dass die neue Dünnschicht-Photovoltaik, an der er seit Jahren arbeitet, um die Hälfte billiger sein kann als die bekannte Silizium-Technik. Noch ist die Technologie allerdings weit von der Marktreife entfernt. Es gibt bisher lediglich Prototypen von Dünnschicht-Photovoltaik-Modulen mit Sulfosalzen. Der Wirkungsgrad liegt erst bei einem Prozent. Herkömmliche Solarzellen kommen auf Wirkungsgrade von 17 bis 18 Prozent. “Das klingt nicht sehr vielversprechend, ist aber der Nachweis, dass unsere Solarzellen funktionieren”, meinte Dittrich.

Weltweit leitet er die einzige Forschungsgruppe, die sich mit der Herstellung von Solarzellen auf Basis von Sulfosalzen beschäftigt. Sulfosalze sind natürlich vorkommende anorganische Verbindungen mit außerordentlichen Halbleitereigenschaften. Sie wandeln das Licht wesentlich effizienter in elektrischen Strom um als die bisher in der Photovoltaik verwendeten Materialien, sagte Dittrich. In den nächsten Jahren gehe es darum, den Wirkungsgrad der alternativen Solarzellen zu erhöhen und die verschiedenen Schichten der Photovoltaik-Module optimal aufeinander abzustimmen. Außerdem will Dittrich andere Forscher, die sich mit Photovoltaik beschäftigen, für seine Arbeit interessieren, um Synergien bei der Entwicklung zu erzielen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 05:48 auf https://www.salzburg24.at/archiv/salzburger-forscher-arbeitet-an-photovoltaik-zellen-der-zukunft-59630551

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