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Salzburger Kindermusikprojekt "Ohrenauf"

Salzburg – Mit einem umfassenden Angebot von Konzerten und Workshops für Kinder und Jugendliche will die Internationale Stiftung Mozarteum dem drohenden Publikums-Schwund im Bereich klassische Musik begegnen.

Der traditionsreiche Salzburger Konzertveranstalter präsentierte heute, Dienstag, Vormittag seine neue Programmreihe “Ohrenauf”. In diesem musikalischen Kinder- und Jugendprojekt sollen künstlerisch-kreative Primärerlebnisse vermittelt werden, wie der künstlerische Leiter der Stiftung, Stefan Pauly, erläuterte.“Wir hoffen, dass diese Primärerlebnisse für die jungen Menschen so stark sind, dass sie die Musik zu einem Teil ihres Lebens machen”, so Pauly, und Stiftungs-Präsident Johannes Honsig-Erlenburg ergänzte: “Ein großes deutsches Meinungsforschungsinstitut hat erhoben, dass das Interesse an ernster Musik bei den unter 30-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren von 27 auf 14 Prozent gesunken ist. Diese Zahlen sind Motiv und fast zwingender Grund für die Stiftung, dieses zentrale Programm-Projekt für die nächsten Generationen zu initiieren.”So gibt es in “Ohrenauf” in der laufenden Saison insgesamt 90 Führungen durch die Residenzgalerie oder die Mozart-Museen der Stiftung, 29 Konzerte und rund 40 Workshops für Menschen zwischen null und 18 Jahren. Eltern sollen mit ihren Babys die Wirkung von Musik erspüren, und Kindergartenkinder dürfen mit ihren Familien nicht nur der Musik lauschen, sondern mitsingen und tanzen. Für die Sieben- bis Zehn-Jährigen gibt es die gemeinsam mit der Jeunesse organisierten Piccolo-Konzerte, in denen die Musik mit Abenteuer und Märchen aus aller Welt verknüpft wird.Die Elf- bis 14-Jährigen sollen mit den verschiedenen, zum Teil von Studenten der Universität Mozarteum entwickelten Workshops angesprochen werden – darunter ein Percussion-Workshop mit Martin Grubinger. Andere Jugendliche dieses Alters werden unter der Anleitung der Fachhochschule Salzburg einen Film zu Edgar Vareses Musik drehen oder sich kreativ an die Musik und die Kultur Japans annähern. Die 15- bis 18-Jährigen sollen als “Mozart-Reporter” Radio-Geschichten über Künstler machen, von denen manche in die Schulen gehen und so Schwellenängste zwischen Künstlern und Publikum abbauen werden.In Kooperation mit der Stadt Salzburg und der Bertelsmann-Stiftung hat die Stiftung Mozarteum ein Fortbildungsprogramm für Kindergärtnerinnen entwickelt. In insgesamt 120 Kursstunden sollen die Pädagogen und Pädagoginnen speziell über das Fördern von Persönlichkeit, sozialer Kompetenz und Konzentration durch Musik ausgebildet werden. “Vorerst ist ein Kurs für 15 Teilnehmer fixiert, weitere sollen folgen”, wie Tobias Henn, Musikpädagoge und Ohrenauf-Leiter der Stiftung erläuterte.“Es geht uns nicht darum, die Säle mit einzelnen Kinderkonzerten zu füllen. Wir versuchen hier, die musikalische Grundlagenarbeit zu systematisieren und investieren nicht wenig Geld in die nächste Generation”, so Pauly. Wieviel genau, war bei der Pressekonferenz nicht herauszukriegen. Erste Reaktionen aus den Kindergärten und Schulen seien jedenfalls, so Henn, positiv und vielversprechend. “Drei der sechs Kindergarten-Konzerte sind bereits ausverkauft, und auch für einige der Volksschul-Konzerte gibt es keine Karten mehr. Auch die Workshops sind bei den Lehrern in unserem neuen Teachers-Club auf reges Interesse gestoßen.”

(Quelle: S24)

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