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Salzburger Sommerszene 2011: Alle 21 Produktionen bei freiem Eintritt

Die Salzburger Sommerszene ist ab sofort ein Gratis-Festival. Für sämtliche 21 Tanz-, Theater- und Performance-Produktionen, die von 23. Juni bis 14. Juli 2011 auf acht verschiedenen Bühnen und Örtlichkeiten der Stadt gezeigt werden, braucht der Zuschauer nur Zählkarten.

Ermöglicht und finanziert wird das 600.000 Euro teure Festival vor allem durch Subventionen der EU und auch durch die hohe Eigenwirtschaftlichkeit des Republic (Mieten) außerhalb der drei Festival-Wochen.

"Wir erwarten uns, dass sich Menschen mit unserer Theaterarbeit auseinandersetzen, die bisher auch aus finanziellen Gründen nicht unser Publikum waren", sagte Szene-Intendant Michael Stolhofer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. "Uns interessiert dabei, wie sehr die Kunst aus dem Konsum-Prinzip herauslösbar ist. Dieses Prinzip besagt, dass nichts etwas wert ist, was nichts kostet."

Wandlung zum Gratis-Festival ist Versuch
Die Szene versteht die Wandlung zum Gratis-Festival als Versuch. "Als in England die Museen gratis zugänglich gemacht wurden, hat man festgestellt, dass dies nicht zu Desinteresse, sondern im Gegenteil, zu wachsendem Interesse geführt hat", so Stolhofer. "Wenn sich diese Erfahrung heuer im Sommer in Salzburg bestätigt, dann wollen wir auch in den kommenden Jahren keine Eintritte verlangen." Diesem Gratis-Prinzip im Sommer wird das für Jänner 2012 erstmals geplante Winter-Festival gegenüberstehen, für das auch weiterhin Eintritt bezahlt werden muss.

Schon 2010 war die Salzburger Sommerszene gratis - damals waren die Spielstätten allerdings bei fast allen theatralischen Produktionen auf öffentlichen Plätzen. Heuer kehrt das Theater ins Republic, in die ARGEkultur, ins Steintheater Hellbrunn, ins Toihaus, auf den Domplatz und in die Kavernen 1595 zurück. Außerdem soll der Wald auf dem Kapuzinerberg als Spiel- und Performance-Stätte genutzt werden.

Sommerzene unter dem Motto "unendlich frei"
Inhaltlich steht die Sommerszene 2011 unter dem Motto "unendlich frei", ein eher allgemein gehaltener Übertitel, wie Stolhofer einräumte. Dafür wartet eine Reihe von Österreich- und Europa-Premieren sowie Uraufführungen auf das Publikum, darunter "Expanding Energy" des amerikanischen Theatermachers Davis Freeman, ein Mitternachtskonzert des libanesischen Elektro-Akustikers Tarek Atoui nach Monteverdis "Orfeo" im Steintheater oder "Beautiful Thing" der indischen Tänzerin Padmini Chettur. Der französische Theater-Jungstar Philippe Quesne kommt mit zwei Produktionen, und das italienische Theater von Babilonia Teatri beschäftigt sich mit der pornografisch inspirierten Sprache der Boulevard-Medien Marke Berlusconi.

Superamas, Anne Dorsen und Les Slovaks Dance Collective sind ebenso angesagt wie eine Uraufführung von fünf Performance-Miniaturen unter anderem von Anne Juren, Hubert Lepka und Dirk Stermann. Weiters auf dem Programm stehen vier Installationen, diverse Partys, Künstlergespräche und ein "Dinner in the Castle".

"Im kommenden Herbst wird sich die Szene personell neu aufstellen", sagte Vorstandsmitglied Leo Fellinger. Dies betreffe auch Intendant Stolhofer, der sich "verändern" werde. Stolhofer wird die Intendanz nach rund 25 Jahren abgeben, er soll der Szene aber erhalten bleiben, wie Fellinger im APA-Gespräch versicherte. (APA)

Mehr Infos zur Sommerszene 2011 unter http://www.sommerszene.net

(Quelle: S24)

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