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Salzburger Tourismuswirtschaft verlangt "Motivationspaket"

Salzburg – Die Salzburger Tourismusunternehmer blickten trotz Krise mehrheitlich positiv in die Zukunft, seien zu Investitionen bereit, hätten allerdings große Probleme, genügend geeignete Arbeitskräfte zu bekommen, stellte der Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Salzburger WK, Albert Ebner am Freitag bei einem Pressegespräch fest.

Um den Konjunkturmotor Tourismus weiter am Laufen zu halten, forderte Ebner ein “Motivationspaket”für die Tourismuswirtschaft, das speziell eine “hürdenfreie Arbeitskräftebeschaffung sowie bedarfsgerechte Investitionsanreize” enthalten soll.

81 Prozent der befragten Salzburger Tourismusunternehmer gingen mit positiven Erwartungen in die kommende Wintersaison, 61 Prozent haben in Neuerungen investiert, aber 43 Prozent geben an, dass das Finden von Arbeitskräften schwieriger geworden ist. So lauten die Kernergebnisse einer Umfrage der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WK Salzburg unter Leitbetrieben bzw. Wirten in Stadt und Land Salzburg.

“In diesem Sinn ist es völlig kontraproduktiv, dass die Tourismusgewerkschaft aufgrund der aktuell hohen Arbeitslosenzahlen ein Auslaufen der Saisonier-Regelung fordert”, so Ebner an die Adresse der Gewerkschaft, die spätestens mit der Öffnung des Arbeitsmarktes für neue EU-Mitgliedstaaten im Mai 2011 ein Auslaufen der Saisoniers gefordert hatte. “Es ist mehr als fraglich, ob wir aus den osteuropäischen EU-Ländern Tourismushilfskräfte rekrutieren können. Für bestimmte Hilfsjobs im Tourismus wie Abwäscher oder Zimmermädchen kann das AMS in der Saison einfach nicht genügend Leute vermitteln”. Außerdem sei es völlig illusorisch, aus einem arbeitslosen Industriearbeiter in kürzester Zeit eine Servicekraft im Tourismus zu machen. Es müsse daher eine Daueraufenthaltsgenehmigung für die vielen bereits langjährig in Salzburg aktiven Saisoniers geben, verlangte Ebner.

Auf Unverständnis stößt auch die von Sozialminister Rudolf Hundstorfer verabschiedete und ab heute geltende Verordnung zum Saisonierkontingent für die kommende Wintersaison, “die nicht dem realen Bedarf entsprechen”, so Ebner. “Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer können ohne die dringend benötigten Saisonkräfte die Qualität in Angebot und Dienstleistung nicht halten. Kein vernünftiger Unternehmer würde Personal einstellen, das er dann nicht braucht.” Dem Tourismus immer wieder vorzuwerfen, die Zahl der Saisonierkräfte sei zu hoch angesetzt, entbehre somit jeglicher realen Grundlage. Auch der immer wieder geäußerte Vorwurf des Lohndumpings gehe ins Leere, müssten sich die Betriebe doch streng an die Vorgaben des Kollektivvertrages halten. “Wer uns die Saisonierzahlen kürzt, riskiert, dass der Konjunkturmotor Tourismus ins Stottern gerät. Und das ist doch bestimmt das Letzte, was wir alle wollen”, meinte der Spartenobmann.

Um die relativ gute Stimmung im Tourismus aufrechtzuerhalten, sei es außerdem notwendig, bürokratische Hürden für die Unternehmer abzubauen und weitere Investitionsanreize zu schaffen. Zwar hätten 61 Prozent der befragten Tourismusbetriebe in Neuerungen investiert, knapp 40 Prozent aber keine Investitionen in betriebliche Verbesserungen vorgenommen. “Diese hohe Zahl an bei Investitionen zögerlichen Unternehmern sollte uns doch bedenklich stimmen”, so Ebner. Zwar würden einerseits von Bund und Ländern zusätzliche Mittel für Tourismuswerbung bereitgestellt, andererseits allerdings investitionsfördernde Anreize – wie in anderen Branchen üblich – unterlassen, kritisierte Ebner.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 06.05.2021 um 11:38 auf https://www.salzburg24.at/archiv/salzburger-tourismuswirtschaft-verlangt-motivationspaket-59628736

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