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Salzburger wollen Voggenhuber doch noch auf EU-Liste bringen

Die Unterstützer von Johannes Voggenhuber bei den Grünen wollen noch nicht aufgeben. Der Chef der Salzburger Grünen, Cyriak Schwaighofer, kündigt nun an, den umstrittenen EU-Abgeordneten als Vertreter der Landespartei auf die Kandidatenliste für die Europawahl im Juni setzen zu wollen.

“Einem, der 45 Prozent bei der Kandidatur für den ersten Platz erreicht hat, kann man nicht aus strategischen oder taktischen Gründen verweigern, dass er mit einer Solidaritätskandidatur antritt”, kritisiert Schwaighofer im Gespräch mit der APA.

Schwaighofer sieht die Niederlage Voggenhubers am Freitag nur als “Zwischenergebnis”, wenn auch als “enttäuschendes”. Er verweist darauf, dass die endgültige Abstimmung über die Kandidatenliste für die EU-Wahl erst im März oder April erfolgt. Die Parteispitze sei aufgefordert, bei der Erstellung der Liste neben der Geschlechterparität auch “regionale Bedingungen” zu berücksichtigen, betont Schwaighofer und will für Salzburg Voggenhuber nominieren: “Wenn 42 Plätze zu besetzen sind, dann gehe ich davon aus, dass einer für Salzburg möglich sein muss.”

Der Salzburger Grünen-Chef hofft, dass die Parteispitze ihre Entscheidung gegen Voggenhuber noch einmal überdenkt. “Ich habe das Gefühl, es war so etwas wie eine – für mich in Teilen verständliche – Abrechnung”, sagt Schwaighofer. Voggenhuber sei zwar ein “schwieriger Mensch” und seine Zurufe von außen seien “unkollegial”. Gleichzeitig sei er aber ein profilierter EU-Politiker, der für die Grünen sonst möglicherweise unerreichbare Wählergruppen anspreche.

Unterstützung erhofft sich Schwaighofer nun “durch die p.t. Grünen Wählerinnen und Wähler”: “Da wird es ja auch Rückmeldungen an die Bundesspitze geben und ich hoffe, dass die Bundesspitze diese Vorentscheidung (gegen Voggenhuber, Anm.) überdenkt.” Er glaubt, dass sich so aus einem internen “Machtkampf” eine “Win-Win-Situation” machen lassen würde. “Ich stehe an und für sich zu Eva Glawischnig, ich habe sich auch gewählt”, sagt Schwaighofer, betont aber auch: “Ich glaube, dass es für ihre Position besser wäre, wenn wir diese Chance nützen würden.”

Außerdem befürchtet Schwaighofer, dass es den Grünen auch bei den bevorstehenden Wahlen in Salzburg schaden könnte, wenn die Partei Voggenhuber aus Angst vor einem Vorzugsstimmenwahlkampf einen Listenplatz verweigern sollte. Es gehe um die Grundsatzfrage, “wie halten es die Grünen mit dem Wählerwillen”. “Das beflügelt uns keineswegs, im Gegenteil”, warnt Schwaighofer, dass die Grünen damit für viele Sympathisanten “möglicherweise nicht mehr wählbar sind”.

(Quelle: S24)

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