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Salzburgs Spediteure kritisieren Lkw-Fahrverbot bei Frankenmarkt

Salzburg – Zusätzliche Kosten in Millionenhöhe und massive Umwelt­be­las­tungen sind die Auswirkungen des Lkw-Fahrverbotes auf der Wiener Bundesstraße (B1) im Raum Frankenmarkt (OÖ).  Blachfellner: Gespräche geplant

Das belegt eine aktuelle Studie der Zentrum Transportwirtschaft Logistik GmbH, deren Ergebnis am Freitag bei einer Pressekonferenz in Salzburg von Studienautor Sebastian Kummer präsentiert wurde.

Im September 2007 hat die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck ein Fahrverbot auf der B1 im Raum Frankenmarkt für Lkw über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht verordnet. Davon ausgenommen ist derzeit ausschließlich der Ziel- und Quellverkehr für neun Gemeinden im Großraum Frankenmarkt. Das Verbot auf dieser wichtigen Hauptverkehrsader zwinge besonders Flachgauer Unternehmen zu langen Umwegen und verursache eine massive Erhöhung der Transportkosten. Darüber hinaus hätten die erzwungenen Umwege Mehrbelastungen der Umwelt zur Folge und seien eine Zusatzbelastung für Anrainer anderer Straßen, kritisierten die Spediteure.

Eine im vergangenen Frühjahr vom Kuratorium für Verkehrssicherheit durchgeführte Verkehrszählung habe belegt, was von Anfang an vermutet wurde: Durch die Sperre ist es zu einer Steigerung des Schwerverkehrs von 547 auf 1.550 Lkw pro Tag (1.003 Mehrfahrten) auf der Mondseer Straße (B154 )gekommen. Aus diesem Grund drohe nun auch ein Lkw-Nachtfahrverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr auf der Ausweichstrecke über Oberhofen, Zell am Moos und Tiefgraben. Diese Sperre der Ausweichstrecke wäre für den nördlichen Flachgau ein Abriegeln in Fahrtrichtung Ostösterreich. Fahrten von Straßwalchen Richtung Wien müssten dann über die Wiener Straße und das jetzt schon überlastete Eugendorf führen. In weiterer Folge würden dann auch dort Fahrverbote drohen, was die Transportunternehmen der Region zum Absiedeln zwingen würde, wurde von den anwesenden Spediteuren betont.

“Gerade in dieser für die Transport- und Speditionswirtschaft sehr schwierigen Zeit mit explodierenden Dieselpreisen und den Erhöhungen der Autobahnmaut ist das Fahrverbot gegenüber den Transporteuren unverantwortlich”, stellte der Obmann der Fachgruppe der Spediteure in der WKS, Alexander Friesz, fest. “Betroffen davon sind mehr als 30 Flachgauer Transportunternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern, von denen sich einige schon überlegen, aus dem Raum Straßwalchen abzusiedeln. Denn die Region wird aus wirtschaftlicher Sicht zunehmend unattraktiv.”

Bereits im Juni 2007 hätten Salzburgs Spediteure ein umfangreiches Forderungspaket für den Ausbau der Infrastruktur in Salzburg vorgelegt – vom Bau eines zentralen Güterterminals über den Ausbau der Hochleistungsstrecke auf der Westbahn, der Lösung der unhaltbaren Zustände bei der Rollenden Landstraße bis zur Einrichtung eines täglichen Güterzuges von Salzburg nach Wien. Geschehen sei nichts, so Friesz. Weiteres Unheil drohe auch von der neuen EU-Wegekostenrichtlinie, die spätestens 2011 in Kraft treten soll. “Österreich hat mit durchschnittlich knapp 27 Cent pro Kilometer bereits heute die höchste Lkw-Autobahnmaut in ganz Europa.”

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.08.2019 um 09:03 auf https://www.salzburg24.at/archiv/salzburgs-spediteure-kritisieren-lkw-fahrverbot-bei-frankenmarkt-59601685

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