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Schweinegrippe: Zwei Patienten in Salzburg in sehr kritischem Zustand

Salzburg, Wien – In Salzburg befinden sich zwei Schweinegrippe-Patienten in sehr kritischem Zustand, in Wien wurde dazu aufgerufen, nicht vorschnell mit Kindern in Spitalsambulanzen zu kommen.

Von den Schweinegrippe-Patienten auf der Intensivstation der Salzburger Landeskliniken (SALK) waren zwei Patienten in sehr kritischem Zustand. Für den 77-Jährigen, der sich ursprünglich wegen eines chronischen Nierenleidens im Spital befand und einer 62-jährigen Risikopatientin bestehe Lebensgefahr, sagte SALK-Pressesprecherin Mick Weinberger am Montag auf Anfrage der APA. Der 41-jährige Bayer und der 58-jährige Oberösterreicher seien auf dem Weg des Besserung. Das sechs Monate alte Baby werde nicht mehr beatmet, und sein Zustand wäre stabil und nicht kritisch, so Weinberger.

Der 77-jährige war durch eine Enkelin mit dem H1N1-Virus infiziert worden und hat eine Lungenentzündung dazubekommen. Die 62-Jährige befand sich ursprünglich auf der Lungenstation, bekam die Schweinegrippe dazu und musste auf die Intensivstation der II. Medizin verlegt werden.

Von den beiden anderen mit dem H1N1-Infizierten konnte Weinberger eine gute Nachricht mitteilen. Der 58-jährige Patient aus Oberösterreich war nach einem Aufenthalt in einem Linzer Krankenhaus mit einer schweren Lungenentzündung und einem septischen Schock ins Salzburger Landeskrankenhaus eingeliefert worden. Er wird morgen oder in den nächsten Tagen nach Linz zurückverlegt. Der aus dem angrenzenden bayerischen Raum stammende 41-Jährige wird in nächster Zeit auf die Normalstation verlegt, so die SALK-Pressesprecherin.

Die Krankenhäuser in der Bundeshauptstadt klagten im Zusammenhang mit der Schweinegrippe über den Ansturm von Eltern mit Kindern, die keinerlei Krankheitssymptome aufweisen. “Gesunde Kinder blockieren die Ambulanzen”, brachte es Peter Hoffelner, Einsatzleiter des Sanitätsteams Wien, am Montag in einer Pressekonferenz auf den Punkt. In der Vorwoche wurden allein im St. Anna Kinderspital 1.900 Kinder untersucht, wobei rund 70 Prozent völlig gesund gewesen seien.

“Krank wird man erst in der Ambulanz”, warnte Hoffelner jedenfalls vor unbegründeten Besuchen der Betreuungsstellen von besorgten Eltern. Bisher wurden in den Elternberatungsstellen der Stadt Wien fast 4.500 Personen geimpft, wobei etwa 60 Prozent – also ungefähr 2.700 – davon Kinder unter 14 Jahren waren. Insgesamt ließen sich in der vergangenen Woche 28.900 Wiener gegen die A(H1N1)-Influenza immunisieren, teilte Landessanitätsdirektorin Karin Spacek mit. Bereits in dieser Woche rechnen die Verantwortlichen mit einem merkbaren Abflauen des Ansturms.

Laut Beate Pietschnig, Kinderärztin in der MA 15 (Gesundheitsamt) vertragen Kinder die Injektionen “bestens”. Der Impfstoff sei ein “Totimpfstoff” – was bedeute, dass er keine vermehrungsfähigen Viren enthalte, weshalb eine Erkrankung durch die Impfung ausgeschlossen sei, erklärte die Medizinerin. Nicht verabreicht werden darf der Wirkstoff jedoch an junge Menschen, bei denen Allergien gegen bestimmte Bestandteile oder frühere heftige Reaktionen auf Impfungen bekannt sind. Auch akut kranke Kinder dürfen nicht immunisiert werden, wohingegen Husten und Schnupfen kein Problem seien, hieß es.

Am Montag werden in den Wiener Spitälern 20 Kinder stationär gegen Grippe behandelt. Davon sei aber keiner der jungen Patienten stark intensivpflichtig, versicherte Susanne Drapalik vom Krankenanstaltenverbund. Erholt haben sich inzwischen offenbar die Schüler der privaten Volksschule der Piaristen “St. Thekla” im Bezirk Wieden. Dort wird ab heute wieder unterrichten. Zu Beginn der Vorwoche hatte die Direktorin beschlossen, die Schule wegen der Erkrankung mehrerer Kinder vorübergehend zu schließen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 07.05.2021 um 11:51 auf https://www.salzburg24.at/archiv/schweinegrippe-zwei-patienten-in-salzburg-in-sehr-kritischem-zustand-59628832

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