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Schwere Vorwürfe gegen UMP-Chef Cope

Skandal um Cope bahnt sich an Salzburg24
Skandal um Cope bahnt sich an

In der konservativen Oppositionspartei UMP in Frankreich bahnt sich womöglich ein Skandal um den umstrittenen Vorsitzenden Jean-Francois Cope an: Das Magazin "Le Point" berichtete am Donnerstag, Cope habe im Präsidentschaftswahlkampf 2012 des damaligen Staatschefs Nicolas Sarkozy die PR-Firma von zwei seiner Vertrauten begünstigt. Cope wies die Vorwürfe zurück.

In dem Bericht wirft "Le Point" dem Parteichef vor, "mit UMP-Geld" die Firma Bygmalion "gesponsort" zu haben. Die Event-Filiale der Firma habe im Wahlkampf 2012 überhöhte Rechnungen an die UMP für Leistungen ausgestellt, die ohne öffentliche Ausschreibung vergeben worden seien. Dadurch habe die Filiale "mindestens acht Millionen Euro eingestrichen". Der Bericht gewinnt an Brisanz auch vor dem Hintergrund, dass die Parteimitglieder vergangenes Jahr zu Spenden aufgerufen wurden, um ein Loch von elf Millionen Euro infolge von Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf zu stopfen.

Laut "Le Point" sind die UMP-Konten im roten Bereich, während es der Firma Bygmalion finanziell bestens gehe. Das Unternehmen sei "eine mächtige Kampfmaschine, die von zwei Vertrauten Copes ersonnen wurde, um ihm zu Diensten zu sein". Die Firma war 2008 von zwei einstigen Büroleitern Copes, Bastien Millot und Guy Alves, gegründet worden.

Cope reagierte auf den Artikel mit den Worten: "Das ist absolut ekelhaft." Die Anschuldigungen seien "ein abgekartetes Spiel". Er versicherte: "Das ist ein Geflecht aus Lügen." Darauf könne nur juristisch reagiert werden. Sein derzeitiger Bürochef Jerome Lavrilleux sagte, Cope habe den Auftrag erteilt, Klage gegen "Le Point" und die beiden Autoren des Artikels einzureichen.

Cope ist innerhalb der UMP alles andere als unumstritten. Nach der Wahlniederlage Sarkozys 2012 stand er zusammen mit Ex-Regierungschef Francois Fillon im Mittelpunkt eines erbitterten Machtkampfes um die Parteiführung. Trotz des Vorwurfs der Manipulation bei der Wahl des UMP-Vorsitzenden setzte sich Cope am Ende durch. Er will Sarkozy im Falle eines erneuten Antretens bei der Präsidentschaftswahl 2017 unterstützen, dem 49-Jährigen werden aber auch eigene Ambitionen auf das höchste Staatsamt nachgesagt.

(Quelle: S24)

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