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SGKK fordert nachhaltige Finanzierung statt Einmalzahlungen

Die von der Politik angekündigte Einmalzahlung von 450 Millionen Euro an die maroden Krankenkassen sei zwar gut, löse aber die Probleme im Gesundheits­system nicht. Die Salzburger Gebietskrankenkasse fordert vom Bund die Refundierung versicherungsfremder Leistungen.

Bei den Koalitionsverhandlungen müssten Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Gesundheitsversorgung paktiert werden, forderte der Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK), Siegfried Schluckner, am Montag bei einem Pressegespräch.

Es gehe um strukturelle Maßnahmen, welche die Liquidität langfristig sichern. Konkret sollten versicherungsfremde Leistungen, die die Krankenkassen aus ihren Einnahmen für den Bund erbringen – wie beispielsweise das Wochengeld für Schwangere -, vom Bund auch finanziell abgedeckt und refundiert werden, verlangte Schluckner. Handlungsbedarf sieht er auch bei den sogenannten Hebesätzen für Pensionisten. Dieser Beitrag des Bundes für Pensionisten sei seit einer Senkung im Jahr 2000 für ASVG-Versicherte wesentlich geringer als für Bauern oder Selbstständige, forderte der Obmann eine Anhebung auf ein einheitliches Niveau. Die Beiträge der Pensionisten würden schon jetzt bei weitem nicht die Kosten decken, die sie verursachen. Dieses Problem verschärfe sich angesichts einer älter werdenden Gesellschaft in den nächsten Jahren weiter. Bei der Sicherung des Gesundheitssystems müsste deshalb mehr Rücksicht auf die demografische Entwicklung genommen werden, verlangte der SGKK-Obmann.

Wenn der Bund den Krankenversicherungsträgern versicherungsfremde Leistungen abgelte, dann hätte die SGKK pro Jahr rund 20 bis 30 Mio. Euro an jährlichen Mehreinnahmen und damit kein Defizit, rechnete Schluckner vor. Für 2008 erwartet er einen Abgang von 12,6 Mio. Euro. In den kommenden Jahren sind Defizite von 16,9 Mio. Euro (2009) und 24,4 Mio. Euro (2010) für Salzburg prognostiziert. “Wir brauchen mittelfristig neue Finanzierungsansätze”, forderte auch SGKK-Direktor Harald Seiss.

Die höheren Kosten für moderne Medikamente, der medizinische Fortschritt sowie das zunehmende Alter der Bevölkerung nannte Seiss als Hauptgründe für die finanziellen Schwierigkeiten im Gesundheitssystem. So würden die durchschnittlichen Medikamentenkosten für einen 40-Jährigen 155 Euro betragen, für einen 80-Jährigen aber 790 Euro. Ähnlich die Steigerungen bei den Kosten für ärztliche Hilfe: Bei einem 40-Jährigen schlagen sie mit 209 Euro zu Buche, bei einem 80-Jährigen mit 552 Euro.

Höhere Selbstbehalte als Lösung für die finanziellen Probleme der Kassen kommen für Schluckner nicht in Frage: “Im Durchschnitt zahlen die Patienten ein Viertel selbst”, meinte der SGKK-Obmann: “Das kann nicht noch erhöht werden.”

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.06.2019 um 05:23 auf https://www.salzburg24.at/archiv/sgkk-fordert-nachhaltige-finanzierung-statt-einmalzahlungen-59606965

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