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Ski alpin: Nachgefragt bei Gesamtweltcupsiegerin Anna Fenninger

Anna Fenninger steht bereits jetzt als Welt APA/ Keystone
epa04123153 Anna Fenninger of Austria reacts in the finish area during the women's Super G race at the FIS Alpine Skiing World Cup finals in Parpan-Lenzerheide, Switzerland, 13 March 2014. EPA/PETER SCHNEIDER

Nachgefragt bei der Salzburger Skirennläuferin Anna Fenninger (24), die am Donnerstag in Lenzerheide mit Platz zwei im Super-G zum Gesamtsieg im alpinen Ski-Weltcup gefahren ist:

Frage: Nun ist es auch rechnerisch fix. Wie fühlt es sich an, den Gesamtweltcup gewonnen zu haben?

Fenninger: "Unglaublich! In dem Moment, als das Rennen war, habe ich nicht daran gedacht, dass es heute passieren kann oder auch wird. Weil das, was gestern passiert ist, leider nicht so glücklich war für Maria (Verletzung Höfl-Riesch/Anm.). Nichtsdestotrotz ist es unglaublich, wie die letzte Phase der Saison gelaufen ist. Und was ich da geleistet habe, war schon klasse. Ich muss Danke sagen an die, die immer hinter mir stehen, die Trainer, mein Servicemann, meine Skifirma. Alle rundherum haben mich immer probiert, so gut wie möglich auf das einzustellen, mich teilweise auch ein bisschen abzulenken. Das ist wirklich gelungen. Es ist die letzte Zeit einfach nur schön gewesen."

Frage: Seit der Goldmedaille im Olympia-Super-G ist es für Sie gelaufen wie am Schnürchen. Hat Sie der Titel so befreit?

Fenninger: "Ich glaube schon. An dem Tag, als ich Gold geholt habe, ist in meinem Kopf viel passiert. Allein schon der Gedanke. Olympia-Gold ist eines der größten Ziele, das ich erreicht habe. Das zu erleben, ist eine der schönsten Sachen, die man sich als Sportler wirklich erträumt. Seit dem Zeitpunkt habe ich eigentlich nie mehr das Gefühl gehabt, ich muss irgendwem was beweisen oder mir selbst. Ich bin nur noch auf die Piste gegangen und bin gern Ski gefahren. Und das hat funktioniert. Eigentlich jeden Tag bis auf gestern, da war es schwierig. Es war heute ein spezieller Tag, und es ist mir heute gut gelungen. Ich bin einfach Ski gefahren, weil es mir Spaß macht. Und das ist das Schönste dran."

Frage: Als Sie heute im Super-G ins Ziel gekommen sind, leuchtete der Einser auf. Damit war klar, dass das die große Kugel bedeutet. Was ging da in Ihnen vor?

Fenninger: "In dem Moment habe ich an das eigentlich nicht gedacht. Für mich war heute nur die Super-G-Kugel im Vordergrund. Und ich dachte mir, alles andere passiert sowieso, wie es kommt. Dann habe ich gewusst, Lara (Gut/Schweiz) steht noch oben und es kommt darauf an, was sie macht. Ich habe mir nur gedacht, ich habe meinen Teil erledigt. Ich bin jetzt vorne. Dass sie das dann noch einmal so demonstriert, ist unglaublich. Sie hat eine super Saison im Super-G gehabt. Mit vier Siegen, denke ich, ist sie verdiente Kugel-Gewinnerin."

Frage: Wie wichtig war Ihnen nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Höfl-Riesch ein gutes Ergebnis heute, dass Sie mit ihrer Leistung die Kugel bestätigen?

Fenninger: "Schon wichtig. Was Maria gestern gemacht hat, kann ich nicht beeinflussen. Das passiert im Sport. Wenn ich Tina (Weirather/LIE) hernehme, über die redet keiner. Sie ist genauso verletzt, sie hätte genauso noch die Chance gehabt. Das war gestern einfach sehr dramatisch und unglücklich. Das wünscht man sich als Gegner nicht. Deswegen ist aber meine Leistung nicht schlechter. Das mit dem zweiten Platz heute noch einmal zu bestätigen, das tut mir gut."

Frage: Sie haben nun am Sonntag noch ein ganz wichtiges Rennen, es geht um die Kristallkugel für den Riesentorlauf-Weltcup. Sie haben das im Vorfeld als realistischste Chance auf eine Kugel bezeichnet. Wie gehen Sie in den Bewerb?

Fenninger: "Da ist es am knappsten. Ich denke, jetzt ist es vielleicht doch noch einmal ein bisschen leichter, auch im Riesentorlauf zu attackieren, weil jetzt die große Kugel entschieden ist und der Druck ein bisschen wegfällt. Für mich ist es einfach nur cool, dass ich auch noch um die kleine Kugel im Riesen mitfahren kann. Weil der Riesen die Disziplin ist, die mir am meisten am Herzen liegt, wo ich in den letzten Jahren am meisten gearbeitet habe. Am Anfang der Saison habe ich ein paar Schwierigkeiten gehabt, und dass ich jetzt am Ende noch einmal so herangekommen bin, das taugt mir extrem. Da möchte ich noch einmal kämpfen am Sonntag."

Frage: Wer waren die ersten Gratulanten heute?

Fenninger: "Ich habe jetzt kein Handy mit, da kann bei mir keiner anrufen. Mein Pressebetreuer Christoph (Malzer/Anm., wegen Geburt des Sohnes nicht in Lenzerheide) hat angerufen und Manuel (Freund/Anm.) ist Gott sei Dank im Ziel, den habe ich schon gesehen. Die ersten Gratulanten waren die TV-Stationen, dann die 'Meissi' natürlich (Alexandra Meissnitzer/Anm.). Finde ich cool, dass sie gleich gekommen ist. Dann die Trainer, das ist sowieso das Schönste, wenn man das mit ihnen erleben kann. Sie arbeiten das ganze Jahr mit mir und sind auch zu einem Teil schuld, dass es so gut läuft."

(Aufgezeichnet von Birgit Egarter/APA aus Lenzerheide)

(Quelle: S24)

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