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Skifahren wird in Salzburg teurer

Salzburg – In Salzburg bedeckt der Schnee derzeit ab 1.600 Meter Seehöhe die Berge, ein Zeichen dafür, dass der Winter nicht mehr weit ist. Die Seilbahnen sind für die kommende Wintersaison gerüstet.

Laut dem Fachgruppenobmann der Wirtschaftskammer, Ferdinand Eder, wurden 73 Miollionen Euro in Qualitätsverbesserungen investiert. Die Liftkartenpreise werden im Rahmen der Inflationsrate im Schnitt um drei bis vier Prozent angehoben, kündigte der Seilbahnen-Chef an. Die Kartenpreise würden bei einer Inflationsrate von etwa 3,6 Prozent an die Teuerung angepasst. Um wie viel Prozent erhöht wird, liege im Ermessen der einzelnen Seilbahngesellschaften, erläuterte Eder und gab zu Bedenken, dass die stark gestiegenen Energiepreise höhere Kosten verursachten. Auf der Schmittenhöhe in Zell am See beispielsweise muss der Erwachsene für die Tageskarte in der Hauptsaison 40 Euro berappen, im Winter 2007/08 waren es noch 38,50 Euro. Im Skigebiet Amade kostet ein Eineinhalb-Tages-Skipass 66,50 statt 64 Euro. Die Investitionsquote sei heuer im Vergleich zu den vergangenen beiden Wintern um 40 Prozent geringer. Der Grund: Die Salzburger Skigebiete weisen bereits “einen qualitativ und technisch sehr hohen Standard auf”. Um die Schneesicherheit zu gewährleisten, sei viel Geld in die Hand genommen worden, erläuterte der Seilbahnen-Chef. Für den Vorjahreswinter wurden noch 120 Mio. Euro investiert, ein Jahr zuvor 130 Mio. Euro. Dass abgetötete Bakterien zur Kunstschnee-Erzeugung verwendet werden, schloss Eder aus. “Wir bekennen uns zum Salzburger Reinheitsgebot.” In Österreich würden im Gegensatz zur Schweiz, den östlichen Ländern und Amerika generell keine Zusätze verwendet. Es gebe zwar Versuchsflächen, aber nicht in Salzburg. “Die kalte Luft und das gute Wasser reicht für die Beschneiung aus, wir glauben nach wie vor an den Winter”, legte der Fachgruppenobmann trotz der prognostizierten wärmeren Winter Optimismus an den Tag. 75 Prozent der Salzburger Skipisten verfügen bereits über Beschneiungsanlagen, einige davon wurden für die neue Saison optimiert. Neue, größere Beschneiungsflächen kommen laut Eder heuer nicht dazu. Nur mehr 25 Prozent der 73 Mio. Euro investierten die Seilbahnen in die Beschneiung, die Hälfte des Betrages – rund 36 Mio. Euro – floss in vier Liftprojekte. Gastein und Flachau errichteten jeweils eine neue Einseilumlaufbahn, Flachau und Leogang eine neue Sesselbahn. Die restlichen 25 Prozent wurden für sonstige Aufwendungen wie neue Parkplätze, Parkdecks, weitere Serviceeinrichtungen und Pistenverbesserungen aufgebracht. Wie kleineren, finanzschwachen Skigebieten und Einzelliften in der Nähe von Ballungsräumen unter die Arme gegriffen werden kann, darüber zerbricht man sich in der Wirtschaftskammer immer noch die Köpfe. “Die Diskussion ist im Gange, der Wille ist da, aber wir können noch keine Paradelösung anbieten”, so der Seilbahnen-Chef. Das Thema reiche in die Diskussion um den Klimawandel hinein, “es bleibt aber noch Zeit, die Lage anzudenken”.

(Quelle: S24)

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