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So haben die Parteien am Wahlabend gefeiert

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Die österreichische Nationalratswahl ist geschlagen: Die ÖVP von Sebastian Kurz geht daraus klar als Wahlsieger hervor, die größten Verluste mussten die Grünen hinnehmen. Gefeiert wurde am Wahlabend aber bei den Siegern genauso wie bei den Verlierern. Die Spitzenkandidaten ließen sich feiern.

Partystimmung war wenig überraschend bei der nun türkisen ÖVP schon recht zeitig aufgekommen, eine Band spielte im Kursalon Hübner, es wurde geshaked und getrunken. Fürs leibliche Wohl gab es außerdem Frankfurter mit Gebäck. Neben dem Gebäude waren aufgrund des zu erwartenden großen Andrangs zwei riesige Partyzelte aufgebaut und Gedränge herrschte nicht nur vor einer türkisen Fotobox. Moderator Peter L. Eppinger kündigte ihn von der Bühne aus eben noch an und plötzlich wurde Kurz' Erscheinen in der Menge bereits auf der Videowall übertragen.

Steiner und Mikl-Leitner als erste Gratulanten

Flankiert von Freundin Susanne und Generalsekretärin Elisabeth Köstinger wurde der Spitzenkandidat von der Security durch die Gratulantenschar geschoben. Hände wurden geschüttelt und erste Selfies gemacht - nach seinem Auftritt dürften es vermutlich noch viel mehr werden. Unter den ersten Gratulanten waren etwa die Landeschefs aus Niederösterreich, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, und dem Burgenland, Thomas Steiner.

Kurz: "Vielen, vielen Dank für Unterstützung"

"Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung", startete Kurz mehrmals aufgrund des anhaltenden Applauses. Der Parteiobmann bedankte sich in seiner kurzen Ansprache dann bei seinem Team für die Organisation des Wahlkampfs, seinen Eltern und seiner Freundin, die "viel aushalten" mussten: "Vielen Dank, dass ihr so eine große Stütze wart's."

Historisches Wahlergebnis für ÖVP

Der heutige Tag sei historisch, da der Volkspartei in den vergangenen Wahlen kein Plus vor dem Ergebnis möglich war. "Der heutige Tag ist eine Chance, die Führung in dem Land zu übernehmen und für echte Veränderungen zu sorgen." Am heutigen Abend sollen alle Unterstützer feiern: "Ihr habt es euch redlich verdient und schwer erarbeitet." Ab morgen gehe die Arbeit allerdings weiter: "Wir haben nicht kandidiert, um die Wahl zu gewinnen", sondern um Österreich wieder zurück an die Spitze zu bringen und im Land etwas zu verändern.

Kurz: "Feiern keinen Sieg über andere"

"Feiern wir ordentlich, aber nicht den Sieg über andere. Es ist nicht der Tag des Triumphs über andere, sondern der Tag, an dem die Österreicher uns das Vertrauen geschenkt haben", so Kurz mit Verweis auf einen neuen Stil und den respektvollen Umgang mit anderen. Seinen Dank sprach Kurz auch den Wählern aus, man sei sich des großen Vertrauens bewusst und er versprach, er werde: "Alles tun, um Österreich zum Positiven zu verändern." Nach seinem Auftritt stürzte sich der Parteichef dann ins Getümmel.

Koalitionsfrage schwebt über Wahlfeier der ÖVP

Bei all der Feierlaune schwebte aber über den Gesprächen in der Menge die Frage nach der nächsten Koalition und da wurde immer wieder auf die mögliche Variante Rot-Blau verwiesen. Wenn sich die Möglichkeit biete, würden SPÖ und FPÖ dies paktieren. Nun müsse aber erst einmal das endgültige Endergebnis abgewartet werden, hieß es immer wieder.

Aktivisten auf Kurz-Wahlfeier

Für einen kurzen Tumult sorgten am Abend noch vor Kurz' Eintreffen drei Aktivisten, die mit bunten Papp-Krawatten und einem Aluhut auf sich aufmerksam machten. Die jungen Männer standen plötzlich vor der Bühne, wurden jedoch umgehend von den Security-Mitarbeitern aus dem Gebäude geleitet. Draußen stellten sie sich noch vor die Medien und sprachen zu Umweltthemen und der Flüchtlingsproblematik.

Erleichterung bei SPÖ-Wahlfeier

Rund um das Burgtheater sind am Sonntagabend viele Steine von vielen roten Herzen geplumpst. Angesichts der Aussicht auf Platz zwei nach dem derzeit prognostizierten Endergebnisses herrschte bei der Wahlparty der SPÖ Erleichterung vor. Die schlug sich allerdings weniger in ausgelassener Feierstimmung nieder - die roten Fans standen bevorzugt ins Gespräch vertieft auf dem Areal umher.

Solidaritätsapplaus für Grüne

Rund 1.000 Gäste wurden nach Parteiangaben gegen 22:00 Uhr noch gezählt. Sie verteilten sich vor allem zwischen Parteizentrale und Festzelt. Ins Zelt selber wurden sie dann beordert, als der Live-Einstieg in die "Zeit im Bild 2" des ORF nahte. Da wurde die Atmosphäre auch kurz überschwänglich - bevor man sich dem gemeinsamen Public Viewing der "ZiB 2" widmete. Solidaritätsapplaus gab es dabei übrigens für den Kurzbericht über die abgestürzten Grünen.

Kern erscheint nicht auf Wahlfeier

Parteivorsitzender Christian Kern schaute nicht mehr vorbei, auch weitere hochrangige SPÖ-Prominenz war kaum zu sichten. Mit Ausnahme der Wiener Partei: Deren Vertreter präsentierten sich besonders gut gelaunt, so manche Funktionäre konnten einzelne Bezirksergebnisse selbst kaum glauben.

Feuchtfröhliche Wahlfeier bei FPÖ

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache fordert "ehrliche Regierungsverhandlungen". Seine Partei sei "seit heute ein großer politischer Faktor". Die Österreicher hätten mit der heutigen Wahl einen Auftrag zur Veränderung gegeben, und das wolle die FPÖ umsetzen.

"Wir werden uns und den Österreichern gegenüber treu bleiben", so Strache bei der FPÖ-Wahlfeier in der Marxhalle Sonntagabend. "More of the same" könne es nicht mehr geben. "Wir bestehen auf Veränderungen", so Straches grundsätzliche Koalitionsbedingung. Konkret nannte er unter anderem den Grenzschutz.

Strache bedankt sich bei Ehefrau und seiner Mama

Bei der blauen Feier ging es feuchtfröhlich zu. Die FPÖ-Anhänger hielten begeistert rot-weiß-rote Fahnen in die Höhe und ließen Parteichef Strache beim Einzug in die Halle mit einem blauen Konfetti-Regen hochleben. Der Oberblaue sprach von einem wunderschönen Sonntag mit blauem Himmel und bedankte sich bei seiner Frau Philippa und seiner Mutter, die beide mit ihm auf der Bühne waren.

"Ja es geht"-Empfang für Pilz

Mit "Ja, es geht"-Rufen ist Peter Pilz am Wahlabend von seinen Anhängern im Schutzhaus Zukunft auf der Schmelz im 15. Wiener Gemeindebezirk empfangen worden. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Pilz seinen Mitstreitern für ihren Einsatz dankte. Die Stimmung war ob des Abschneidens mehr als ausgelassen. Es wurde getanzt und gesungen, die Band "The Untouchables" spielte Rock'n'Roll.

Pilz kündigt strenge Kontrolle der Regierung an

Das Wichtigste gegenüber einer schwarzblauen Regierung werde die parlamentarische Kontrolle sein. "Wenn ihr ins Parlament kommt, wir sind schon da und warten auf euch", richtete Pilz ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aus. Ebenso wichtig sei der Aufbau eines Sockel für ein Gegenprojekt gegen Schwarz-Blau "und damit - und das können nur wir - die Chance zu schaffen, dass bei der nächsten Nationalratswahl durch unsere Arbeit eine neue Mehrheit in dieser Republik gewählt wird", sagte Pilz in seiner Rede.

Kritik an Grüne

Seine ehemalige Partei, die Grünen, die ebenfalls um den Einzug zittern müssen, sprach Pilz nicht direkt an. Zwischen den Zeilen übte er dennoch Kritik. "Wir wollen keine Partei gründen, das war uns allen unglaublich wichtig", schilderte Pilz die Entstehung der Liste. "Wir können nichts anfangen mit der Vorstellung, dass freie, sachkundige und engagierte Menschen aus irgendeiner Zentrale Sprachregelungen kriegen."

Und weiter: "Ich erzähl' euch ein anderes Mal, wie viel Zeit es kostet, eine Partei zu bürokratisieren, einen Klub zu bürokratisieren, Abgeordnete zu Haltungen gegen ihren Willen zu zwingen, jede Kreativität abzutöten und dann, wenn das Ganze in Bröseln geht und auseinanderbricht, dann wieder die Scherben zusammenzukehren und zu sagen, man hat es ja gar nicht so gemeint", so Pilz unter lautstarkem Klatschen seiner Anhänger.

Trotz Niederlage Jubel für Lunacek

Emotionen und viel Jubel gab es Sonntagabend in der Wahlzentrale der Grünen für Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Unter Tränen dankte sie allen und rief: "Wir Grüne leben weiter, und wir werden wieder stärker." Dann wiegte sie sich mit Bundessprecherin Ingrid Felipe und Geschäftsführer Robert Luschnik zu "I am what I am", bis Unterstützer die Bühne stürmten und alles in Umarmungen unterging.

Lunacek: Geringer Wählerzuspruch "tut weh"

Als Lunacek am späteren Abend im weiterhin gut gefüllten Wiener "Metropol" eintraf, wurde sie mit minutenlangem Applaus begrüßt. Sie lobte alle Unterstützer für ihren Einsatz im Wahlkampf der Grünen. Es gehe um die Bekämpfung des Klimawandels und den Einsatz für Menschenrechte und Menschenwürde. "Das braucht es", meinte sie, und starke Grüne wären dafür notwendig. Der dennoch geringe Wählerzuspruch,"das tut weh".

Grüne zeigen sich trotzdem optimistisch

Dennoch versprühte sie Optimismus. Sie verwies auf die vielen Mandatare der Grünen von den Landtagen bis in die Gemeinden, aber auch auf die Basis der Partei. "Wir werden es wieder schaffen, die Grünen in Österreich groß und stark zu machen, um zu zeigen, warum es uns geben muss in Österreich", sagte Lunacek.

Neos feiern im Café Leopold

Stilgerecht haben die NEOS ihr passables Abschneiden bei der Nationalratswahl gefeiert. Im Wiener Club Cafe Leopold im Museumsquartier war praktisch jeder Quadratmeter doppelt besetzt. "Es sind uns gute Schritte gelungen", lobte Spitzenkandidat Matthias Strolz seine Mitstreiter. Selbst Listenzweite Irmgard Griss taute auf und bot allen das Du-Wort an.

Strolz und Griss bejubelt

Bereits am frühen Abend war die hippe Location, die die Neos für ihre Wahlparty gebucht hatten, völlig überlaufen. Endgültig euphorische Stimmung kam auf, als Strolz, Griss und Wahlkampfleiter Nikola Donig gegen 21.30 Uhr über die Stiege hinaufmarschierten. Einmal durch die Menge gekämpft, sprach Strolz seinen pinken Mitstreitern und Kandidaten erst einmal einen herzlichen Dank aus. "Wir haben einen Wahlkampf hingelegt, der von Anfang an positiv mit großer Kraft geführt war", sagte er nach seinem Einzug, der von Queens "Dont stop me now" begleitet war.

Auch Griss zeigte sich für ihre Verhältnisse in Partylaune. "Ich fühle mich in der NEOS-Familie sehr, sehr wohl", wandte sie sich an ihre Fans, die bereits zuvor "Irmgard, Irmgard" skandiert hatten. Ihr Angebot lautete, "euch allen kollektiv das Du-Wort anzubieten."

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 23.07.2019 um 07:27 auf https://www.salzburg24.at/archiv/so-haben-die-parteien-am-wahlabend-gefeiert-57114241

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