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Soldat in Krobatinkaserne misshandelt: Neun Rekruten angeklagt

Salzburg – Jene neun Rekruten der Krobatinkaserne in St. Johann (Pongau), denen vorgeworfen wird, einen Kamaraden misshandelt zu haben, stehen ab Freitagnachmittag vor dem Salzburger Landesgericht.

Die Burschen aus Salzburg und Tirol müssen sich wegen Freiheitsentziehung vor einem Salzburger Schöffengericht verantworten.

Dem erstangeklagten Grundwehrdiener wird zudem schwere Körperverletzung angelastet, weil er dem Opfer laut Anklagebehörde die Nase gebrochen hat. Der Fall hatte für mediales Aufsehen gesorgt.

Die Angeklagten im Alter von 19 bis 22 Jahren “sind im wesentlichen geständig”, erklärte am Freitag der stellvertretende Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher. Sie wollten dem 20-jährigen Tiroler in der Nacht auf den 11. September nach eigenen Angaben eine Abreibung verpassen, weil er sich in der Unterkunft “unangemessen” verhalten und dort mehrmals im Rauschzustand “herumuriniert” habe.

Weiters banden sie den Rekruten mit Zurrgurten ans Bett und stellten es auf. In seine Unterhose steckten sie Mehlwürmer, Heuschrecken und Tabasco. Durch diese Handlung sei der Mann aber nicht besonders gequält worden, meint die Anklagebehörde.

Der Racheakt war aber noch nicht zu Ende: Die neun Rekruten umwickelten die Hand- und Fußgelenke des Tirolers mit Kabelbindern, zerrten ihn über den Gang ins Freie und fesselten ihn an einen Laternenmast. Andere Grundwehrdiener haben ihn schließlich befreit. Der verschobene Nasenbeinbruch, den der Misshandelte erlitten hatte, musste operiert werden.

Der Strafrahmen bei schwerer Körperverletzung und Freiheitsentziehung beträgt bis zu drei Jahre Haft, erläuterte Neher. Das Opfer war offenbar auch nicht zimperlich: Der Mann soll im vergangenen August einen Kameraden bei einer Rauferei leicht verletzt haben.

 

(Quelle: S24)

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