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Soldat misshandelt: Hauptangeklagter bekennt sich nicht schuldig

Salzburg – Der Prozess gegen neun Rekruten, die einen Kameraden in der Krobatinkaserne in St. Johann (Pongau) misshandelt haben sollen, ging am Freitag in die erste Runde.

Den Burschen aus Salzburg und Tirol wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, am 11. September 2008 ihren Kameraden Adrian W. in der Krobatinkaserne misshandelt zu haben. Einer den neun Burschen muss sich wegen dem Vergehen der schweren Körperverletzung verantworten – er soll dem Opfer die Nase gebrochen haben -, die anderen wegen Freiheitsentziehung. Der Hauptangeklagte bekennt sich für nicht schuldig.

Laut Aussage des Opfers und der Staatsanwaltschaft, hätten die neun Soldaten ihren Kameraden mit Kabelbinder an ein Bett gebunden, ihm Mehlwürmer und Heuschrecken in die Unterhose gesteckt und seinen Penis mit Tabasco eingerieben. Schließlich hätten sie ihn aus dem Zimmer getragen und an einen Laternenmast gebunden.

Der Verteidiger der neun Burschen bezeichnete das Opfer in der Verhandlung als kameradschaftsfeindlich und psychopathisch. „Er ist beinahe jeden Abend alkoholisiert in die Kaserne gekommen, hat dann den schlafenden Soldaten die Decken weggerissen und in die Betten hinein uriniert”, so der Verteidiger Thomas Hölber im Salzburg24-Interview. Zudem habe sich das Opfer den Nasenbruch selbst zugefügt, indem er – als er an der Laterne angebunden war – „permanent mit dem Kopf an die Laterne geschlagen hat.”

Am ersten Verhandlungstag wurden noch drei Zeugen genannt, die sich am 11. September 2008 im Zimmer aufhielten. Der Prozess wurde daher am Freitag vertagt. Der Verteidiger rechnet mit einem Urteil in den nächsten zwei bis drei Monaten.

(Quelle: S24)

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