Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Sommerszene Salzburg: Indien vs. westliche Performance

Die Szene Salzburg hat ihr Sommerfestival heuer unter das Motto “Meeting at the moment” gestellt. Von 15. Juni bis 18. Juli hat Intendant Michael Stolhofer Tänzer und Musiker aus Indien eingeladen und stellt deren Arbeiten den Performern und Tanztheater-Künstlern aus dem Westen gegenüber.

“Das ist kein konzeptuelles, sondern ein experimentelles Aufeinandertreffen”, so Stolhofer am Freitag bei der Programmpräsentation.

“Die Gemeinsamkeiten liegen nicht auf der Hand. Wir haben lang überlegt, ob wir ein eigenes Festival mit indischer Bühnenkunst machen sollen”, erläutere Stolhofer. “Aber ich finde die Möglichkeit des Nebeneinander spannend. Wir werden sehen, welche Brücken in diesem Sommer in Salzburg zwischen den verschiedenen Künstlern und ihren Arbeiten entstehen werden.”

Präsentiert wird auf den Bühnen von Republic, ARGEkultur und den Mönchsberg-Kavernen sowohl die Nord- als auch die Süd-Indische Spielart von Tanz und Musik. “Bemerkenswert an der indischen Kultur ist die Haltung gegenüber der Kunst”, bemerkte der Szene-Intendant. “Da gibt es den Unterschied zwischen alt und neu nicht. Diese Künstler schöpfen aus dem ganz Alten und machen grundsätzlich was Neues daraus.”

Die bei uns “oft hinderliche Diskussion” über Aktualität von Kunst gibt es ganz einfach nicht in den Werken etwa von Padmini Chettur (30. Juni, 1. Juli, Tanz), Aruna Sairam und Shujaat Husain Khan (26. und 27. Juli, Konzert), Preethi Athreya (3. Juli, Tanz), Bombay Jayashri und Biswajit Roy Chowdhury (4. Juli bzw. 11. Juli, Konzert). Auch nicht in der Musik von Ashwini Bhide Deshpande aus Madras, die am 12. Juli um 5.00 Uhr früh ein Sonnenaufgangskonzert vor dem Museum auf dem Mönchsberg geben wird.

Ganz anders die westlichen Tanz- und Theaterperformer, die wie immer unter formalem Erneuerungsdruck stehen und zunehmend die persönliche Befindlichkeit, das eigene Ego ins Zentrum ihrer Arbeiten stellen. Superamas etwa, die “einen wichtigen Schritt zu neuer Formensprache im Theater” geleistet haben. Genau so Davis Freeman/Random Scream sowie Michael Laub mit Remote Control, für viele ein Stilprägender Theatererneuerer (8. und 9. Juli).

Als formale Ego-Performance pur versteht sich auch die Arbeit der Performer, Computerkünstler und Musiker Louise Lecavalier, Benoit Lachambre, Laurent Goldring und Hahn Rowe, die aus drei Kunstformen ein Kunstwerk formen wollen (10. Juli). Chris Haring, Goldener-Löwe-Gewinner und wohl einer der einflussreichsten Choreografen Österreichs, arbeitet mit Jin Xing und ihrem Tanztheater zusammen. Jin Xing war Soldat, in den USA erfolgreicher Tänzer, hat dann sein Geschlecht umwandeln lassen und ist heute eine der erfolgreichsten Festival-Leiterinnen und Kuratorinnen in China.

Details zum Programm der Salzburger Sommerszene unter 0662 / 84 34 48 und http://www.sommerszene.net.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.05.2021 um 06:02 auf https://www.salzburg24.at/archiv/sommerszene-salzburg-indien-vs-westliche-performance-59618932

Kommentare

Mehr zum Thema