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Sonnenärmster Juli seit dem Jahr 2000

Der diesjährige Juli hat sich alles andere als sommerlich gezeigt. Ab Mitte des Monats gab es unterdurchschnittliche Tagestemperaturen, häufigen Niederschlag, wenig Sonne und sogar Schneefall. Wie die Aufzeichnungen belegen, war der Juli der sonnenärmste seit 2000.

Zahlreiche Tiefdruckgebiete bescherten Österreich den Mangel an Sonnenschein. Nach derzeitigem Stand fehlen zu einer ausgeglichenen Monatsbilanz bundesweit etwa 25 Prozent an Sonnenstunden. Dies entspricht im Juli etwa 60 Stunden bzw. vier Tage Sonnenschein, so die ZAMG. Anhand der Tatsache, dass der Juli 2011 nur noch drei Tage andauert und diese Tage nicht durchgehend sonnig verlaufen werden, wird die Bilanz des Sonnenscheins österreichweit deutlich negativ bleiben. Prozentuell am wenigsten Sonne bekam - trotz seines Namens - der Hohe Sonnblick ab. Hier schien die Sonne um rund 30 Prozent kürzer als in einem normalen Juli. Am sonnigsten war es in Klagenfurt, da konnten 220 helle Stunden genossen werden.

Im Westen Österreichs war es nicht nur der drittkälteste Juli der vergangenen 30 Jahre, er war auch kälter als der Juni 2011. Vom Bodensee bis zum Lofer war es gegenüber dem 30-Jährigen Mittel um 1,2 Grad Celsius zu kalt. Weiter östlich verlief der Juli etwas wärmer, aber auch hier blieben die Temperaturen leicht unterdurchschnittlich. Österreichweit, so zeigen es die historischen Aufzeichnungen an der ZAMG, ist der Juli 2011 mit einer Abweichung zum klimatologischen Mittel von minus 0,4 Grad der erste Juli seit dem Jahr 2000 (minus 1,4 Grad), der wieder unterdurchschnittliche Monatsmittel brachte.

Die größte negative Abweichung zum Mittelwert von minus 1,8 Grad wurde im Vorarlberger Ort Warth registriert. Der absolut niedrigste Temperaturwert in diesem Juli unter 1.500 Meter Seehöhe wurde am 3. Juli in St. Jakob/Defereggen in Tirol erreicht. Zuletzt wurden hier solche Minima im Juli im Jahr 2000 gemessen.

Es gab aber nicht nur trübe und kalte Tage. Im Bereich der Koralpe zwischen Kärnten und der Steiermark überschritt die Julitemperatur doch deutliche die vieljährigen Mittelwerte. In Deutschlandsberg in der Steiermark war es im Juli 2011 mit 19,5 Grad um 0,8 Grad wärmer als im Mittel. Der absolut wärmste Punkt des Landes war mit einem Julitemperaturmittel von 20,6 Grad die Wiener Innenstadt. Und am 9. Juli, der bisher wärmste Tag des Jahres, wurde in Andau im Burgenland der Tageshöchstwerte von 35,6 Grad erreicht.

Überdurchschnittlich viel Regen fiel in Ostösterreich, in Oberösterreich vom Inn- bis in Mühlviertel und im Rheintal. In Rohrbach lagen die tatsächlichen Regenmengen besonders weit über dem vieljährigen Mittelwert. Um 71 Prozent bzw. 73 Liter pro Quadratmeter mehr Niederschlag wurde in dem oberösterreichischen Ort registriert. Sulzberg in Vorarlberg hatte im Juli 2011 aber mit den größten Wassermassen zu kämpfen. Bis zu heutigen Tag regnete es hier an 19 Tagen insgesamt 324 Liter pro Quadratmeter. Das kaltnasse Wetter bescherte am 24. Juli auch Schnee in den Bergen. Am Sonnblick gab es 40 Zentimeter und auf der Rudolfshütte 20 Zentimeter Neuschnee. Solche Neuschneemengen sind aber für den Juli nicht ungewöhnlich.

Trotzdem war es stellenweise in Österreich zu trocken. Vor allem in der Steiermark, im Burgenland und in Teilen Niederösterreichs fehlen bis gestern, Donnerstag, 40 bis 60 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmengen. Krems in Niederösterreich ist bis jetzt der absolut niederschlagsärmste Ort von Österreich. Hier regnete es nur 31 Liter pro Quadratmeter, dies entspricht 40 Prozent des vieljährigen Julimittels. Der relativ trockenste Ort des Bundesgebietes liegt in der Steiermark. In St. Radegund fehlen insgesamt 61 Prozent Niederschlag oder 78 Liter pro Quadratmeter auf eine ausgeglichene Monatsbilanz. Aber auch im Waldviertel, Teilen Salzburgs und im Tiroler Unterland erreichten die Juliniederschläge nur 60 bis 80 Prozent der klimatologischen Mittelwerte.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 01.03.2021 um 02:06 auf https://www.salzburg24.at/archiv/sonnenaermster-juli-seit-dem-jahr-2000-59246395

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