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Spannungen auf der Krim nehmen zu

Keine Entspannung bei der ukrainischen Krim-Krise: US-Präsident Obama erwog mit dem französischen Staatschef Hollande Sanktionen gegen Russland und telefonierte mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs. Sie forderten den Rückzug russischer Soldaten auf der Krim in ihre Kasernen. Laut einem Zeitungsbericht verminen russische Truppen den Übergang zur Halbinsel.

Die Sprengladungen seien von den prorussischen Kräften auf freiem Feld neben einem Feldlager in der Nähe der Ortschaft Tschongar vergraben worden, berichtete ein Korrespondent der russischen Zeitung "Nowaja Gaseta" am Samstag. Eine offizielle Bestätigung lag nicht vor. In der Nacht warn ukrainischen Angaben zufolge Grenzschützer und deren Familien von russischen Soldaten aus einem Außenposten im Osten der Halbinsel vertrieben worden. Die Russen seien dabei rabiat vorgegangen. Auch dafür gab es keine unabhängige Bestätigung.

Erstmals zeigte sich indes Russland bereit, auf höherer Ebene mit der Ukraine zu verhandeln. In Moskau kam der russische Vizeaußenminister Grigori Karassin mit dem ukrainischen Botschafter Wladimir Jeltschenko zusammen. "In aufrichtiger Atmosphäre wurden Fragen der russisch-ukrainischen Beziehungen besprochen", teilte das russische Außenministerium mit. Weitere Details wurden bisher noch nicht bekannt.

US-Außenminister John Kerry hat Russland in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow zu äußerster Zurückhaltung in der Ukraine-Krise aufgefordert. Eine fortgesetzte militärische Eskalation und Provokation auf der Krim oder anderswo in der Ukraine und Schritte zu einer Annexion der Krim nähmen der Diplomatie jeden Raum, warnte Kerry laut einem Ministeriumssprecher am Samstag.

Präsident Barack Obama sprach mit dem britischen Premierminister David Cameron und dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi über die derzeitige Lage in der Ukraine, wie das Weiße Haus mitteilte. Eine Telefonkonferenz hielt Obama auch mit den drei baltischen Staatschefs ab: Dalia Grybauskaite aus Litauen, Andris Berzins aus Lettland und Toomas Hendrik aus Estland. Der Inhalt der Gespräche werde zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, hieß es. Zuvor hatte Obama bereits mit dem französischen Staatschef Francois Hollande per Telefon Strafmaßnahmen gegen Russland erwogen, wie die französische Präsidentschaftskanzlei mitteilte.

Die deutsche Bundesregierung will nach einem Medienbericht einen weiteren Versuch starten, um Russland durch erhöhten Druck in der Ukraine-Krise zum Einlenken zu bewegen. Berlin plane laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", "eine möglichst breit angelegte internationale Koalition zu mobilisieren", die sich gegen eine Eskalation der Lage stemme. Die deutsche Bundesregierung dementierte indes, dass Kanzlerin Merkel ihre Teilnahme am nächsten G-8-Gipfeltreffen im russischen Sotschi unter Vorbehalt gestellt habe. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will die Kanzlerin nicht an dem für Juni anberaumten Treffen teilnehmen, sollte es am 16. März zu dem Krim-Referendum kommen.

(Quelle: S24)

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