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Spar-Tochter Hervis erwägt Eybl-Kauf

Hervis-Chef Alfred Eichblatt will sich das Unternehmen "nicht krank reden lassen". APA
Hervis-Chef Alfred Eichblatt will sich das Unternehmen "nicht krank reden lassen".

Der Sportartikelhandel hat zuletzt nicht gerade positiv von sich Reden gemacht. Der finanziell angeschlagene Branchenführer Eybl/Experts braucht zum Überleben einen neuen Eigentümer. Als Interessent gilt die Spar-Tochter Hervis.

Mit einer eventuellen Übernahme von Sport Eybl/Experts habe man sich bei der Spar-Tochter Hervis noch nicht beschäftigt, sagte Spar-Vorstand Hans Reisch am Dienstag beim Bilanzpressegespräch.

"Es ist noch niemand auf uns zugekommen." Grundsätzlich abgeneigt ist Hervis aber nicht: Man würde alle Optionen prüfen, falls das ein Thema werden würde. Ob das kartellrechtlich überhaupt ginge? "Das wissen wir nicht", so Reisch.

Hervis kommt nach eigenen Angaben auf einen Marktanteil von 20 Prozent. Sport Eybl und Sports Experts kommen zusammen auf rund 25 Prozent. Per Gesetz beginnt eine Marktbeherrschung bei 30 Prozent, in der Praxis wird das aber oft überschritten.

Übernahme durch Franzosen?

Als Käufer für Eybl/Experts ist unter anderem der französische Sporthandelsdiskonter Decathlon im Gespräch. Angst vor einem Einstieg der Franzosen in den österreichischen Markt hat man bei Hervis nicht. "Wir kennen Decathlon von anderen Märkten sehr gut und haben keine Angst vor Mitbewerbern", meinte Reisch. Hervis ist neben Österreich mit zahlreichen Filialen in Osteuropa (Ungarn, Tschechien, Slowenien, Kroatien und Rumänien) und einer in Deutschland vertreten.

Hervis setzt auf Sportartikelhandel

Nichtsdestotrotz arbeitet auch Hervis im Sinne besserer Einkaufskonditionen mit Partnern zusammen. Seit einem dreiviertel Jahr gibt es ein Joint Venture mit der französischen Go Sport Groupe. Neu hinzugekommen ist der Einkaufsverbund Twinner, der 500 Sporthändler aus Frankreich und Spanien vereine und auf ein Volumen von einer halben Milliarde komme. Bis Ende des Jahres will Hervis-Chef Alfred Eichblatt weitere Partner gewinnen.

Wechsel an der Unternehmensspitze

In der Zwischenzeit hat das oberösterreichische Sporthandelsunternehmen nun Vorstand Rolf Frischknecht abberufen. Das berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) am Dienstag online. Der Schweizer war nach dem Abgang von Peter Wahle im Herbst alleiniger Vorstand. Auch der Leiter der IT soll laut OÖN keine Zukunft mehr in dem Unternehmen haben.

Hubert Schenk werde ab sofort gemeinsam mit Mike Weccardt das Unternehmen leiten, wurde am Dienstagabend in einer Aussendung mitgeteilt. Mike Weccardt war als Geschäftsführer für Vertrieb bereits Mitte 2012 ins Unternehmen eingetreten und hat im Zuge der Sanierung in den letzten Monaten ebenfalls die Bereiche Marketing und Einkauf übernommen. Zu den künftigen Agenden von Hubert Schenk zählen insbesondere die Leitung des Finanzbereichs, der Logistik, des Personalwesens sowie der IT. 

Schenk leitete im Lebensmittelhandel als Finanzchef den internationalen Bereich von Billa mit Verantwortung für Zentral- und Osteuropa und war auch CEO von Billa Russland. Bei Neckermann Versand Österreich war er für die Sanierung und Weiterführung des nach dem Konkurs der deutschen Mutter schwer angeschlagenen österreichischen Versandhandelsunternehmens verantwortlich.

All das sei schon ein Vorgriff auf weitere Umstrukturierungen. Die Eigentümerfamilie verhandelt mit ausländischen Interessenten über einen Verkauf. (APA)

Aufgerufen am 18.04.2019 um 08:41 auf https://www.salzburg24.at/archiv/spar-tochter-hervis-erwaegt-eybl-kauf-42709762

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