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Spiel der Woche: Lost-Club-Special HSV Saalfelden

Nur wenigen ist bekannt, dass zwischen 1966 und 1971 in Saalfelden neben dem ESV und dem Sportklub ein dritter Fußballverein existierte.  Bilanz HSV Saalfelden [.pdf – 68KB]

Heeres Sport Verein SaalfeldenHomepage: www.hsv-saalfelden.atFarben: Grün-WeißDachverband: –Mai 1966: gegründet als HSV Saalfelden, 1971: Einstellung des SpielbetriebesSportanlage: Heeressportplatz Ramseiderstraße

Gegründet wurde der HSV im Mai 1966 von Unteroffizieren der Saalfeldner Wallnerkaserne. Obwohl anfangs eine reine Soldatenmannschaft, wurde der Verein schon bald auch für Nicht-Heeresangehörige interessant. Auf dem Bild ist die Mannschaft der Heeressportler auf dem HSV-Platz im Jahr 1967 zu sehen (stehend v.l.n.r.: Matthias Prodinger, Anton Windisch, Bayr, Norbert Maier, Joe Widmoser, Roland Chytra, Peter Bauhofer; hockend v.l.n.r.: Walter Binder, Herbert Zindler, Walter Grübl, Hugo Spitz). Treibende Kräfte im Verein waren Joe Widmoser und der vom ESV gekommene Adi Tschaut. Das Ziel des Vereins war nie die beiden Lokalrivalen zu überfliegen, sondern als Satellitenklub des ESV den Saalfeldner Fußballnachwuchs auszubilden.

Gespielt wurde immer Sonntagvormittag auf dem Sportplatz der Wallnerkaserne, der von den amerikanischen Besatzungstruppen gebaut und für American Football-Spiele verwendet wurde. Nach dem Abzug der Amerikaner kam die Anlage, die für ihre Breite und die gute Drainage bekannt war, in den Besitz des Bundesheeres. Der Platz befand sich in der Nähe des Wirtschaftshofes, wo heute im Winter der Start eine Langlauf-Loipe ist.

Obwohl der Name HSV auf eine enge Verbindung mit dem Bundesheer schließen lässt, war der Verein völlig selbstständig, Unterstützung vom Heer gab es nur in Form der Bereitstellung von Fahrzeugen und der Erlaubnis zur Benützung der HSV-Halle in der Kaserne für Trainingszwecke. Die Halle war für den Verein natürlich ein enormer Vorteil, da es so im Winter ideale Trainingsbedingungen gab.

Während es in der Debutsaison 1966/67 nur zum letzten Platz reichte, gab es in den Folgesaisonen doch zufriedenstellende Leistungen. Der Aufstieg war zwar nie in Reichweite, aber ein Platz in der oberen Tabellenhälfte wurde jedes Jahr problemlos erreicht. 1971 kam das Aus für die Fußballsektion des HSV. Nach dem Abgang von Widmoser und Tschaut ließ sich kein adäquater Ersatz finden, und die Spieler wechselten praktisch geschlossen zum ESV.

Den HSV Saalfelden gibt es heute noch mit zahlreichen Sektionen. Besonders erfolgreich sind unter anderem die Bogenschützen, deren Sektion mittlerweile der größte Bogensportverein Österreichs ist und mit Christian Wilhelmstätter den aktuellen Hallen-Vizeweltmeister stellt. Fußball hingegen ist bei den Heeresportlern kein Thema mehr.

(Quelle: S24)

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