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Spiel der Woche Lost-Club-Special: SC Rapid Salzburg

Als „Alt-Herren-Ensemble” sorgte der aus einer 1956 gegründeten Reichsbund-Mannschaft hervorgegangene SC Rapid Mitte der sechziger Jahr im Salzburger Fußball für Furore.&nbsp&nbspBilanz Rapid Salzburg [.pdf – 80KB]

Sport Club Rapid SalzburgHomepage: –Farben: Schwarz-Gelb, später Grün-WeißDachverband: Union10.01.1956: gegründet Alt-Reichsbund Salzburg, 1958: Umbenennung in Reichsbund SV Salzburg, 26.08.1964: Umbenennung in SC Rapid Salzburg, 1968: Fusion mit ASV Blau-Weiß SalzburgSportanlagen: Union-Sportplatz Nonntal, Viktoria-Sportplatz in Leopoldskron, Post-Sportanlage, Sportplatz VolksgartenErfolge: 2 Meistertitel; 1964/65 (3. Klasse A), 1965/66 (2. Klasse Nord)

Um vorschnelle Assoziationen gar nicht erst aufkommen zu lassen: Beim Reichsbund handelt es sich um den 1921 gegründeten Sportverband der katholischen Jugend Österreichs, der 1938 aufgelöst und 1947 als „Alt-Reichsbund” reaktiviert wurde. Die ursprüngliche Zielsetzung, die Förderung des Amateursports, wurde bis heute beibehalten: Nach wie vor tragen etliche Reichsbund-Mannschaften im Rahmen des Wiener Fußballverbands interne Meisterschaften aus.

In Salzburg wurde die Fußballsektion des Alt-Reichsbunds 1956 gegründet und nahm ab 1957 an der Fußballmeisterschaft des SFV teil. Als Sektionsleiter sorgte der Salzburger Rechtsanwalt Otto Wagner für ein gediegenes Vereinsumfeld, so wurde beispielsweise die gesamte Mannschaft mit Trainingsanzügen und marineblauen Blazern ausgestattet. Die Meisterschaftspremiere fiel mit einem 3:1 Erfolg über den USK Obertrum auch recht zufriedenstellend aus. Allerdings wurde das Match später mit 0:3 strafbeglaubigt. In den folgenden Spielen musste die junge Mannschaft jedoch gehörig Lehrgeld zahlen. Ein 5:5-Remis in Sankt Gilgen blieb im Herbst 1957 die ganze Punkteausbeute, im darauf folgenden Frühjahr konnte die Reichsbundmannschaft aber einige Male überzeugen, trotzdem reichte es in der Endabrechnung nur zu einem 12. Platz unter den 14 Vereinen der Bezirksklasse. Damals trug der Verein seine Heimspiele zum Großteil auf der Union-Sportanlage im Nonntal aus, gelegentlich musste er jedoch nach Leopoldskron auf den ehemaligen Viktoria-Platz ausweichen.

Den höchsten Sieg in der Vereinsgeschichte feierte der mittlerweile in Reichsbund SV Rapid umbenannte Club im Herbst 1958 mit einem 15:0 gegen den SK Adnet. Weil sich die Tennengauer wenig später jedoch aus dem Meisterschaftsbetrieb zurückzogen, wurde dieses Ergebnis aus der Wertung genommen. Ähnliche Highlights blieben in den späten fünfziger Jahren jedoch selten, gegen den SV Zollwache und dem FC Puch setzte es sogar zweistellige Niederlagen. 1960 und 1961 beendete der Reichsbund Rapid die Meisterschaft in der 2. Klasse Nord jeweils auf dem letzten Platz. In dieser Phase trug man sich auch mehrmals mit dem Gedanken, den Spielbetrieb einzustellen.

Kurz darauf übernahm Viktor Lindner das Ruder, aus dem Reichsbund SV wurde der nun in grün-weiß spielende SC Rapid und gemeinsam mit dem rührigen Sektionsleiter Herbert Kölblinger brachte der ehemalige Austria-Salzburg-Verteidiger den Verein auf die Erfolgsspur. Um die ehemaligen Erstligaspieler Alois Linninger (Wacker Wien, LASK, Austria Salzburg) und dem legendären Willy König wurde ein schlagkräftiges Team geformt, das in der Folge so manchem Gegner das Fürchten lehren sollte. Zugegeben, die Herren befanden sich im Herbst ihrer Karriere und mögen läuferisch nicht mehr ganz entsprochen haben, technisch aber war das „Alt-Herren-Ensemble” noch immer auf der Höhe. Fazit: 1965 wurden die Rapidler ungeschlagener Meister der 3. Klasse A.

Trotz des Meistertitels wurde im Sommer 1965 eine Fusion mit dem SC Schwarz-Weiß Salzburg in die Wege geleitet, wegen eines Formfehlers musste das Unterfangen aber im letzten Augenblick abgeblasen werden. Man machte alleine weiter und wurde prompt erneut Meister. Und beinahe wäre in der 1. Klasse Nord das Husarenstück ein drittes Mal geglückt. Nach zwei Niederlagen zu Beginn der Saison blieben die Rapidler 14 Runden lang ungeschlagen und mussten sich in der Endabrechnung mit dem guten 3. Platz zufrieden geben.

Das Ende kam ein Jahr später. Mit einem 2:1-Erfolg gegen den Polizei SV am 16. Juni 1968 verabschiedeten sich die Grün-Weißen aus dem Salzburger Fußballgeschehen. Wenig später fusionierte der SC Rapid mit dem ASV Blau-Weiß-Salzburg, der dadurch vor dem sicheren Abstieg gerettet wurde.

(Quelle: S24)

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