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Spiel der Woche Lost-Club-Special SK Kasern

Der SK Kasern war nicht nur eine der wenigen Werksmannschaften im Bundesland, er war auch einer der Salzburger Fußballvereine, der bereist vor 1938 existierte.&nbsp&nbspBilanz SK Kasern [.pdf – 120KB]&nbsp

Sport Klub KasernHomepage: –Farben: Grün-WeißDachverband: ASVÖ1934: gegründet als FC Austria-Oberascher Salzburg, 1937: Auflösung, 1947: Neugründung als FC Oberascher, 05.05.1951: Umbenennung in SK Kasern, 1993: Fusion mit TSU Bergheim zu SU Bergheim-Kasern, 2004: Umbenennung in FC BergheimSportanlagen: 1947-1963: Sportplatz auf dem Gelände der Gießerei Oberascher, 1963-1970: Post-Sportanlage, 1970-1993: Sportplatz LengfeldenErfolge: 5 Meistertitel; 1959/60 (2. Klasse A), 1974/75 (3. Klasse A), 1975/76 (2. Klasse Nord), 1988/89 (3. Klasse), 1989/90 (2. Klasse Nord)

Die Wurzeln des Vereins reichen bis in die dreißiger Jahre zurück. Die Werksmannschaft Oberascher fungierte als Sektion der Salzburger Austria, nahm als FC Austria Oberascher an den Reservemeisterschaften teil und lehrte so manchem etablierten B-Team das Fürchten. Überliefert ist beispielsweise ein Kantersieg aus dem August 1936, als die Reservemannschaft der ÖJK Salzburg mit 19:0 zertrümmert wurde. Nach 1937 verliert sich allerdings die Spur des Vereins.

Die Neugründung erfolgte 1947, erneut als Werksmannschaft der Gießerei Oberascher, einem bereits seit dem 17. Jahrhundert in Salzburg ansässigen Unternehmen. Die Firmenleitung übernahm auch beim Fußballverein leitende Funktionen, die Finanzierung wurde durch den Sportschilling, der von der Belegschaft eingehoben wurde, sichergestellt. Gespielt wurde auf einem Schlackeplatz, der für den FC Oberascher in den Anfangsjahren einen nicht zu unterschätzenden Heimvorteil darstellte. Die Meisterschaftspremiere 1948/49 fiel mit einem dritten Platz in der Abschlusstabelle der 2. Klasse A entsprechend recht beachtlich aus.

In der Folge zog sich die Firma Oberascher sukzessive aus dem Verein zurück, und bereits 1951 erfolgte die Umbenennung in SK Kasern. Zu Beginn der fünfziger Jahre konnte der Verein im Norden der Landeshauptstadt auf ein vergleichsweise großes Einzugsgebiet zurückgreifen. Vereine wie Bergheim, Elixhausen oder Hallwang existierten zu dieser Zeit nicht, Kasern konnte im Nachwuchsbereich also aus dem Vollen schöpfen. Etliche gute Nachwuchskicker, darunter der spätere Austria-Salzburg-Spieler Hans Gegenhuber, wurden beim SK Kasern groß, der 1959/60 auch seinen ersten Meistertitel in der 2. Klasse feiern konnte. In der 1. Klasse Nord konnte sich der Verein jedoch nur drei Jahre lang halten. Zum sportlichen Abstieg kam der Verlust der Heimstätte. Ab 1963 stand der Oberascher-Platz nur noch als Trainingsgelände zur Verfügung, für die Heimspiele musste der SK Kasern auf die Postsportanlage in der Vogelweiderstraße ausweichen. Dieses Provisorium hatte erst 1970 ein Ende, als Kasern als Stadtverein nach Bergheim übersiedelte. Die Vereinsführung errichtete auf einem gepachteten Grundstück in Lengfelden einen Sportplatz. Bevor das kleine Vereinsheim mit den entsprechenden sanitären Anlagen gebaut wurde, mussten sich die Spieler mit dem nahe gelegenen Plainbach als Waschgelegenheit begnügen. Was vor allem bei den Spielen am Sonntagvormittag bei den Kirchgängern von Maria Plain wiederholt für Unmut gesorgt haben dürfte…

Sportlich ging es für den SK Kasern bergauf. Rund um den Ex-Austria-Spieler Roland Hirscher wurde ein schlagkräftiges Team geformt, das 1975 und 1976 nach zwei Meistertiteln en suite erneut in die 1. Klasse Nord aufstieg. Dort wurde der Höhenflug allerdings recht unsanft gestoppt, nach nur zwei Saisonen musste Kasern zurück in die zweite Klasse und Anfang der achtziger Jahre war man wieder einmal im Keller des Salzburg Fußball-Unterhauses gelandet.

Nun erwiesen sich die guten Kontakte zu Austria Salzburg als äußerst hilfreich. Rudi Quehenberger unterstütze den Verein sowohl in finanzieller wie personeller Hinsicht. Erneut wurden mit Gerd Schild, Dragan Popov oder Adam Popovicz fußballerische Kapazunder nach Lengfelden geholt. Erneut feierten die Kaserer zwei Meistertitel in Folge und stiegen einmal mehr in die 1. Klasse Nord auf. Finanziell dürfte man sich damit jedoch überhoben haben. Zudem hatte auch die Nachwuchsarbeit nicht mehr den Stellenwert wie in den fünfziger Jahren. Bei den letzten Spielen musste die Kampfmannschaft der Kaserer immer wieder durch Reservespieler ergänzt werden, was sich auf die sportlichen Ergebnisse nicht unbedingt positiv auswirkte. Was folgte, war eine jener typischen Fusionen, bei der der schwächere Verein irgendwann ganz ausgelöscht wird. Seit der Umbenennung der SU Bergheim-Kasern in FC Bergheim im Jänner 2004 ist der SK Kasern endgültig Geschichte.

(Quelle: S24)

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