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Spiel der Woche: Lost-Club-Special SV Lend

In den Anfangsjahren spielte der SV Lend trotz widrigster Umstände Meisterschaft. Und auch heute noch hat es der Verein alles andere als leicht.  Bilanz SV Lend [.pdf – 53KB]

Sport Verein LendFarben: Schwarz-RotDachverband: ASKÖ20.08.1952: gegründet als SV LendSportanlage: 1953- 1955: Sportplatz Schwarzach, 1955-1987: Sportplatz Lend („Schotterparkstadion”), seit 1987: Sportzentrum TeufenbachErfolge: 2 Meistertitel; 1987/88 (2. Klasse Südwest), 1989/90 (1. Klasse Süd)

Die Wurzeln des Fußballs in Lend gehen zurück bis ins Jahr 1934, als eine Fußballmannschaft der AIAG (Aluminium-Industrie-AG) gegen den ATSV Bischofshofen mit 1:10 verloren hat. Und auch der am 20. August 1952 gegründete SV Lend steht in engem Zusammenhang mit dem mittlerweile SAG genannten Aluminiumwerk. Das Grundstück für den Fußballplatz wurde von der SAG gestiftet und der Verein wurde in den ersten Jahren auch finanziell vom Werk unterstützt. Mit dem Sportplatzbau wurde am 8. Dezember 1953 begonnen. Der Einebnung des Geländes durch die amerikanische Besatzungsbehörde USFA galt damals als Meisterleistung, da der Platz in extrem steilem Gelände gebaut und bis dahin als Schiabfahrt (!!!) genutzt wurde. 18.000 Kubikmeter Erde mussten bewegt werden, bevor der Platz ab Sommer 1955 bespielt und 1957 feierlich eröffnet wurde.

Auf dem Foto aus dem Jahr 1952 ist eine der ersten Lender Mannschaften zu sehen, die damals noch nicht als SV Lend auftrat, sondern als Teil des Lender Turnvereins. Hinter Reihe v.l.n.r.: Albert Gesierich, Ernst Spörr, Fritz Persterer, Günter Nagel, Otto Hahn, mittlere Reihe v.l.n.r.: Jussi Wistermaier, Otmar Faltenstätter, vordere Reihe v.l.n.r.: Klaus Nagel, Ferdi Baierl, E. Pöll, unbekannt.

In die Meisterschaft stieg der SV Lend im Herbst 1953 ein, und obwohl der Verein in den ersten 17 Jahren Meisterschaft nicht weniger als 14 Mal unter den letzten drei der Tabelle zu finden war, schaffte er es dank Klassenreformen bis in die drittklassige Landesklasse Süd. Nach einem einjährigen Aussetzer in der Saison 1961/62, als aufgrund von Personalmangel keine Kampfmannschaft gestellt werden konnte, ging es langsam aufwärts, bevor mit 1976 das bitterste Jahr in der Vereinsgeschichte des SV Lend kam. Nachdem im Meisterschaftsspiel gegen Pfarrwerfen der Schiri nach einigen fragwürdigen Entscheidungen von den aufgebrachten Lender Fans verprügelt worden war, wurde die Heimstätte des SV Lend für ein halbes Jahr gesperrt. Der Verein konnte damals nur deswegen überleben, weil er als Untermieter in Bad Hofgastein unterkam.

Bekanntester Lender Spieler der sechziger Jahre war Herbert Rettensteiner, der 1964 billig an den SK Bischofshofen verkauft wurde. Rettensteiner wurde 1970 und 1971 mit Wacker Innsbruck und 1974 mit VÖEST Linz österreichischer Meister und hütete zwischen 1970 und 1974 15 Mal das Tor der Nationalmannschaft.

Mitte der achtziger Jahre wurde das Sportzentrum Teufenbach errichtet. Grund war die neue Umfahrung Lend, die so knapp an den alten Platz gebaut wurde, dass dieser nicht mehr meisterschaftstauglich war (der alte Platz existiert auch heute noch und wird vor allem zu Trainingszwecke genutzt). Damals war auch die sportlich erfolgreichste Zeit der Lender, als einige in den Ort gezogene Gastarbeiter im Verein mitspielten und dieser innerhalb von drei Jahren bis in die 2. Landesliga aufstieg.

1996/97 kam es zur Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem USV Dorfgastein. Laut den Vereinsverantwortlichen des SV Lend war dies der größte Fehler in der Vereinsgeschichte. Die SG wurde nach nur einem Jahr wieder aufgelöst, beinahe alle Spieler blieben in Dorfgastein und der SV Lend musste in der untersten Klasse neu anfangen. Dort kam er über die Rolle des Prügelknaben nicht mehr hinaus und stellte 2003 nach sechs letzten Plätzen in Folge endgültig den Spielbetrieb ein.

Heute spielen Jugendliche aus Lend in einer Art inoffiziellen Spielgemeinschaft in Dienten und Goldegg, wobei der SV Lend selbst nicht offiziell auftritt. Ziel des Vereins ist es irgendwann wieder eine eigene Nachwuchsmannschaft zu stellen, und später vielleicht sogar einmal eine Kampfmannschaft. Das Gelingen dieses Plans ist allerdings nicht so einfach, da die Wohnbevölkerung in Lend rückläufig ist und daher nicht einmal der Fortbestand des Vereines gesichert ist.

(Quelle: S24)

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