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Steirische Landesrätin Edlinger-Ploder hört auf

Edlinger hat "kein Jahr und keinen Tag bereut" Salzburg24
Edlinger hat "kein Jahr und keinen Tag bereut"

Etwas mehr als eineinhalb Jahre vor der Landtagswahl 2015 ist das Regierungsteam der steirischen ÖVP umgebildet worden: Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder hat am Mittwoch ihren Rücktritt angekündigt, unmittelbar danach nominierte der Parteivorstand unter Landesobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer den bisherigen Klubobmann Christopher Drexler als Nachfolger.

Edlinger-Ploder, die vor knapp elf Jahren als jüngstes Mitglied in die Landesregierung einzog, betonte in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, nicht im Groll und nicht aus Frust zu scheiden. Sie möchte einen beruflichen Neustart versuchen und habe den Zeitpunkt vor den Budgetverhandlungen gewählt, um ein "schwieriges Ressort" geordnet zu übergeben: "Der Spardruck wird nicht kleiner." Die 42-Jährige werde sich aus der ersten Reihe zurückziehen, aber keine Brücken abbrechen: "Meine Partei ist weiterhin die ÖVP."

Durchblicken ließ Edlinger-Ploder, dass sie vor allem die Spitalsreform sehr gefordert hat: "Das Ressort ist nicht ganz einfach und nicht nur durch sachliche Beweggründe zu führen." Trotz Rückschlägen blieben für sie aber keine Narben zurück: "Ich habe kein Jahr und keinen Tag bereut." Auch der "Reformpartnerschaft" mit der SPÖ hielt die 42-Jährige die Stange: "Ich wünsche ihr den Mut, die Aufrichtigkeit und die Kraft, das Richtige zu tun."

Drei Stunden nach Edlinger-Ploders Ankündigung, aus der Regierungsfunktion auszuscheiden, gab Landeschef Schützenhöfer den einstimmigen Beschluss des Parteivorstandes zur Nachfolge bekannt: Der ebenfalls 42-jährige Drexler sei "der absolut Geeignete für das ganz schwierige Ressort". Als längst dienender Klubobmann sei er "in der Lage, auch den Bihänder auszupacken, wenn es notwendig ist". Er sei aber auch "Verbinder für das Erfolgmodell Reformpartnerschaft".

Drexler selbst meinte, er wolle bis zu seiner Angelobung am 11. März noch gut überlegen, wie er die Problembereiche angehen wird. Budgetkonsolidierung und strukturelle Reformen würden auch weiter handlungsleitend sein, wenngleich Projekte ständig überprüft und evaluiert werden müssten.

Während Drexler als logischer Nachrücker galt, kam die Nominierung von Barbara Eibinger (34) als neue Klubobfrau überraschend. Die Wirtschaftsbündlerin ist ausgebildete Juristin und Betriebswirtschafterin, war im Bundesrat und sitzt seit 2010 im Landtag. Ob sie ihre berufliche Tätigkeit im Familienunternehmen weiter ausüben wird, will sie zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Landeshauptmann Franz Voves bedankte sich bei Edlinger-Ploder und bezeichnete ihren Nachfolger als "eine der tragenden Säulen der steirischen Reformpartnerschaft". Bedauernd über Edlinger-Ploders Rücktritt äußerte sich die Industriellenvereinigung, die Opposition im Landtag übte Kritik. Die Grünen befürchten "Stillstand" unter Nachfolger Drexler.

(Quelle: S24)

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