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Steuerbetrug: Haftstrafe für Politiker in Spanien

In einem Aufsehen erregenden Prozess ist in Spanien ein enger Verbündeter von Ministerpräsident Mariano Rajoy wegen Steuerhinterziehung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der konservative Politiker Carlos Fabra, der durch seine Bauprojekte zur Symbolfigur des fehlgeleiteten Immobilienbooms geworden war, wurde am Montag vor Gericht wegen Steuerhinterziehung schuldig gesprochen.

Fabra wurde von einem Gericht in der östlichen Provinz Castellón in vier Punkten schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der Korruption und des Amtsmissbrauchs wurde er dagegen entlastet. Rajoys rechtskonservative Volkspartei distanzierte sich nach dem Urteil umgehend von Fabra.

"Fabra hat seit einiger Zeit keinen Posten in der Partei mehr innegehabt", sagte die Vize-Vorsitzende María Dolores de Cospedal. Fabra war zwei Jahrzehnte lang bis 2010 Präsident der Provinz Castellón und bis Juli 2012 dortiger Parteivorsitzender. Seit 2003 wurde gegen ihn wegen Korruption ermittelt und seit 2005 auch wegen Steuerhinterziehung. Fabra, der wegen einer alten Verletzung stets eine Sonnenbrille trägt, ist eine schillernde Figur und zeichnete in Castellón für einige kontroverse Bauprojekte verantwortlich.

Insbesondere wurde während seiner Amtszeit der Flughafen von Castellón errichtet, der bis heute nicht in Betrieb gegangen ist. An der Zufahrt steht eine 24 Meter hohe Statue, die Fabra gewidmet ist. Die Statue soll Kritikern zufolge rund 300.000 Euro an Steuermitteln gekostet haben. Der Flughafen gilt über Spanien hinaus als Symbol für die verfehlte Baupolitik während der Immobilienblase, deren Platzen 2008 die spanische Wirtschaft in die Krise stürzte.

Aufgerufen am 21.05.2019 um 06:29 auf https://www.salzburg24.at/archiv/steuerbetrug-haftstrafe-fuer-politiker-in-spanien-44326609

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