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Streeruwitz zu Festspielen: Selbstdarstellung hat etwas Faschistoides

Die österreichische Autorin Marlene Streeruwitz verschärft ihre in Medien geäußerte Kritik an den Salzburger Festspielen. Im “Deutschlandradio Kultur” meinte sie am Donnerstag in Zusammenhang mit den Festspielen und der vergangenen Fußball-EM in Österreich: Die “Selbstdarstellung von Schichten” ist keine Kultur und “hat etwas Faschistoides”.

Marlene Steeruwitz übt heftige Kritik an den Salzburger Festspielen – und am Automobilhersteller Audi, einem Festspielsponsor: Hatte sie noch am vergangenen Samstag im “Standard” die “Hochkultur in Österreich eine Selbsthilfegruppe der Eliten” genannt, sagte sie heute, Donnerstag, im “Deutschlandradio Kultur” in Zusammenhang mit den Festspielen und der vergangenen Fußball-EM in Österreich: Die “Selbstdarstellung von Schichten” ist keine Kultur und “hat etwas Faschistoides”, heißt es in der Transkription eines Interviews auf der Website des Senders.

Die Festspiele seien “eine elitäre, reaktionäre Einrichtung, die vor allem dem Mythos Österreich stärken sollte, der ja 1918 in sich zusammengebrochen ist”, so Streeruwitz. “Das fügt sich dann auch nahtlos in den österreichischen Austrofaschismus und fügt sich dann auch gleich wieder in den Nationalsozialismus”, kritisierte die Autorin.

Streeruwitz sprach sich auch gegen die Sponsorengepflogenheiten aus: “Bei Audi ist Kurzarbeit, Audi ist Hauptsponsor der Salzburger Festspiele, auf der Audi-Homepage stehen dann, wie sehr der Vorstandsvorsitzende und der vorstandsstellvertretende Vorsitzende wieder eine Opernaufführung genossen hat und danach in einem tollen Restaurant den Ausblick auf Salzburg gemeinsam mit Künstlern. (…) Ich würde als Audi-Mitarbeiter einen ziemlichen Hass bekommen. Das scheint aber nun nicht der Fall zu sein.” Die Autorin weiter: “Ich glaube, dass die zwei Millionen, die da wahrscheinlich hinfließen, im Pensionsfonds von Audi auch ganz gut aufgehoben wären.”

Für Streeruwitz müsste die öffentliche Subvention für die Festspiele mehr hervorgestrichen werden: “Sponsoren machen 10 Prozent des Budgets aus, nehmen aber 100 Prozent der PR-Leistung mit.” Den “Jedermann” bezeichnet Streeruwitz als “Tölpeltheater”.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.05.2021 um 12:03 auf https://www.salzburg24.at/archiv/streeruwitz-zu-festspielen-selbstdarstellung-hat-etwas-faschistoides-59624005

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