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Streit um Kind bei Besuch von Erdogan in Den Haag

Ein kleines Kind im Blickpunkt eines großen Staatsbesuchs: Der türkische Ministerpräsident Erdogan kritisierte am Donnerstag in den Niederlanden, dass ein türkischer Bub bei lesbischen Pflegeeltern in Den Haag lebt. Dies verstoße gegen die religiösen Werte und Normen in der Türkei, betonte Erdogan.

In einem Gespräch mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte plädierte er dafür, dass Minister beider Länder über türkische Pflegekinder in den Niederlanden beraten sollten. Das lehnte Ministerpräsident Rutte jedoch entschieden ab. "Das ist keine Sache für Minister." Über Pflegekinder entschieden in den Niederlanden nur die zuständigen Behörden und Gerichte. Zu Mittag war Erdogan von Königin Beatrix empfangen worden.

Bei einer Demonstration von rund 100 Türken in Den Haag gegen die Menschenrechtspolitik der Türkei kam zudem einem Zwischenfall. Demonstranten warfen eine leere Flasche gegen das Auto von Erdogan. Die Polizei nahm vier Männer fest. Auch in anderen Städten kam es zu kleineren Demonstrationen. Die befürchteten heftigen Proteste blieben jedoch aus.

Erdogan begrüßte in den Den Haag den Aufruf von PKK-Chef Öcalan zur Waffenruhe als "sehr positiv". "Aber das Wichtigste ist, inwieweit er umgesetzt und ausgeführt wird. Das ist sehr wichtig", sagte Erdogan während seines Staatsbesuchs. Er kritisierte jedoch, dass bei der Kundgebung von Kurden in Diyarbakir, wo die Erklärung Öcalans verlesen wurde, keine türkischen Flaggen zu sehen gewesen seien.

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