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Thailand: Tote bei Anschlägen auf Regierungsgegner

Kein Ende der Proteste in Thailand Salzburg24
Kein Ende der Proteste in Thailand

In Thailand sind bei mehreren Anschlägen auf Regierungsgegner zwei Kinder getötet und mehr als 60 Menschen verletzt worden. Ein Zwölfjähriger starb bei der Explosion einer Bombe in der Nähe eines Protestlagers in einem Einkaufsviertel in Bangkok. Ein fünfjähriges Mädchen wurde getötet, als Unbekannte in der Provinz Trat das Feuer auf eine Veranstaltung von Oppositionsanhängern eröffneten.

Unter den Verletzten in Bangkok waren nach Angaben aus Krankenhäusern noch zwei weitere Kinder mit schweren Kopfverletzungen. Die Straßen unweit der Central World Mall, einem der größten Einkaufszentren Asiens, waren mit Blutlachen und Sandalen übersät.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die regierungstreue Vereinigte Front für Demokratie gegen Diktatur (UDD) Stimmung gegen Demonstranten gemacht, die seit Monaten den Rücktritt von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra fordern. "Dieser Kampf wird härter als jeder andere", sagte Jatuporn Prompan, ein UDD-Anführer und hochrangiges Mitglied der regierenden Puea Thai Partei in Nakhon Ratchasima nordöstlich von Bangkok. Er rief Tausende jubelnde Zuhörer dazu auf, darüber nachzudenken, wie sie mit dem Anführer der Straßenproteste, Suthep Thaugsuban und dessen Anhängern "umgehen" wollten. Der UDD gehören hauptsächlich Yingluck-Anhänger aus dem bevölkerungsreichen Norden und Nordosten an.

Der Machtkampf in Thailand hatte sich in den vergangenen Tagen nach mehreren Wochen relativer Ruhe wieder verschärft. So energisch wie noch nie versuchten rund 15.000 Beamte am Dienstag, von Demonstranten besetzte Regierungsgebäude in Bangkok unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei waren vier Menschen getötet und über 60 verletzt worden.

Yingluck hatte vergeblich versucht, durch eine vorgezogene Parlamentswahl Anfang Februar die Proteste zu beenden. In der tief gespaltenen Nation scheiden sich die Geister an Yinglucks Bruder Thaksin Shinawatra, der vor einer Haftstrafe ins Exil geflohenen ist und den Kritiker für den wahren Drahtzieher in der Regierung halten. Viele Landbewohner sind Anhänger des Ex-Ministerpräsidenten und halten der Familie zugute, dass sie sich um die ärmeren Schichten kümmere. Dagegen werfen Bangkoks Mittelschicht, die traditionelle königsnahe Elite des Landes und Oppositionelle im Süden den Geschwistern Korruption, Verschwendung von Steuergeldern, Populismus und Klientelpolitik vor.

(Quelle: S24)

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