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Tierversuche "zur Linderung des menschlichen Leidens"

Jährlich werden Millionen Versuchstiere zur Entwicklung von Arzneimitteln, Erforschung von Krankheiten sowie zur Herstellung von Agrar- und Industriechemikalien herangezogen.

Tierschützer prangern seit langem an, dass es sich dabei um sinnlos zugefügte Qualen und Tötungen handelt, ließen sich doch die Ergebnisse nicht mit der nötigen Sicherheit auf den Menschen übertragen. Um ihre Forderungen zu untermauern, initiierten sie den "Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche", der morgen, Dienstag, abgehalten wird. Seit mehr als drei Jahrzehnten wird der von der UNO anerkannte Tag weltweit begangen. Er soll an das Leid jener 150 bis 300 Millionen Tiere erinnern, die in Experimenten weltweit "gequält und getötet werden", sagte Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VgT). Die erst im 19. Jahrhundert aufkommende Praxis der Tierversuche in der Wissenschaft wurde in Österreich bereits 1885 durch den sogenannten Vivisektionserlass geregelt, der im Wesentlichen alle Versuche zuließ, die von anerkannten wissenschaftlichen Institutionen "zur Linderung menschlichen Leidens" oder "zu ernsten Forschungs- und Unterrichtszwecken" durchgeführt werden, hieß es am Montag in einer Aussendung. Balluch weiter: "Nachdem durch die Verfassung der Zweiten Republik der Tierschutz in die Kompetenz der Länder fiel, diese aber Tierversuche nicht regelten, kam es 1974 zum ersten Tierversuchsgesetz in Österreich, das aber völlig zahnlos blieb." Im März 1986 habe man zwar eine europäische Übereinkunft zum Schutz von Versuchstieren getroffen, die aber von Österreich weder unterzeichnet noch ratifiziert worden sei. "Stattdessen wurde 1989 eine Reform des Tierversuchsgesetzes beschlossen, die bis heute Gültigkeit hat", kritisierte der VgT-Obmann. (APA)
(Quelle: S24)

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