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Tischtennis: China-Boykott der Austrian Open Ende Oktober in Salzburg

Die Tischtennis-Austrian-Open vom 29. Oktober bis 2. November in Salzburg hätten zu einer Olympia-Revanche Europas gegen die chinesische Übermacht werden sollen, diesmal auf europäischem Boden.

Doch dieses Vorhaben fällt ins Wasser, denn die Chinesen kommen anders als noch im September angekündigt nicht zum – gemeinsam mit den German Open drei Wochen danach in Berlin – höchst dotierten Event der heurigen Pro-Tour-Serie.

Bei einer Pressekonferenz am 5. September in Salzburg wurde von der veranstaltenden Agentur e/motion noch mit berechtigter Zuversicht das Antreten der von Olympiasieger Ma Lin angeführten chinesischen Top-Elite angekündigt. Doch gut eine Woche danach liefen die China Open in Shanghai ohne europäische Spieler ab, wurden zur innerasiatischen Angelegenheit. Und das lassen die Chinesen nicht auf sich sitzen, boykottieren die Europa-Events.

Europas Asse waren freilich nicht aus Respektlosigkeit nicht in die WM-Stadt 2005 gereist. Doch nur zwei Wochen nach der Rückkehr von Olympia in Peking wollten die Stars um Timo Boll, Wladimir Samsonow und Werner Schlager nicht auf dem Absatz kehrt machen und schon wieder in Richtung China abheben. Für die zweite europäische Garnitur war das Turnier wiederum kein Thema, da sie gegen die Asiaten sowieso keinen Auftrag haben.

Einzig ÖTTV-Teamspieler Chen Weixing war für die China Open genannt, dann sagte aber auch noch er wegen einer leichten Verletzung ab. Der Österreichische Verband (ÖTTV) mit Generalsekretär Rudolf Sporrer an der Spitze bemühte sich, die Chinesen zum Kommen nach Salzburg zu bewegen. Höflich, aber bestimmt wies man im “Reich der Mitte” darauf hin, dass Terminprobleme bestünden, man beim nächsten Mal aber sicher kommen würde.

Die Termin-Probleme bestehen darin, dass just zu den vier Daten der heuer noch verbleibenden europäischen Pro-Tour-Events – vor Salzburg noch Serbien und nach Berlin noch Warschau – Spieltage der chinesischen Superliga angesetzt wurden. Freilich passierte diese Ansetzung erst in den vergangenen Wochen, davor war davon im Terminkalender des chinesischen Verbandes nichts zu sehen – also quasi eine Alibi-Handlung.

Durch den Vierfach-Boykott des Antretens in Europa verzichtet Chinas Verband quasi auf ein Preisgeld von rund 200.000 Dollar (145.656 Euro), geht man davon aus, dass die Tischtennis-Top-Nation alle Titel geholt hätte. Und diese Annahme ist bei der Stärke des chinesischen Spiels nicht zu weit hergeholt. Allein in Salzburg werden 152.000 Dollar (110.698 Euro) ausgespielt.

Die Austrian-Open-Besetzung kann sich aber dennoch sehen lassen. Bis auf Samsonow hat so gut wie die gesamte Kontinental-Elite genannt, bestreitet eine EM-Revanche. Wichtig für die Veranstalter wegen der Nähe zu Bayern ist das Antreten der von Boll angeführten Asse. Asien lässt die Organisatoren doch nicht zur Gänze hängen. So haben Gao Ning aus Singapur, ein Taiwanesen-Trio mit Chuang Chih-yuan an der Spitze sowie zwei Japaner genannt.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 19.09.2019 um 11:51 auf https://www.salzburg24.at/archiv/tischtennis-china-boykott-der-austrian-open-ende-oktober-in-salzburg-59604640

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