Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Top-Skihersteller bewegen sich in der Verlustzone

Die Top-Skihersteller schreiben derzeit Verluste. Der Branchensprecher der österreichischen Skiindustrie und Atomic-Chef Wolfgang Mayerhofer räumt ein: “Die vergangenen beiden Jahre waren schlecht”.

Österreichs Marktführer Atomic (mengenmäßiger Marktanteil: 27 Prozent) hielt seine Umsätze 2008 gegenüber dem Jahr davor vorläufigen Zahlen zufolge nahezu unverändert bei rund 150 Mio. Euro. Die Erträge lagen “etwas hinter den Erwartungen”, doch die Verluste konnten laut Unternehmenschef Mayrhofer “deutlich reduziert” werden. 2009 soll das Turnaround-Jahr werden. Läuft alles nach Plan, werden heuer positive Zahlen geschrieben. Der Personalstand wurde bereits vor über zwei Jahren um 300 bis 400 Mitarbeiter gekürzt.

Der Salzburger Skihersteller produziert nun zwei Drittel seiner Skier mit etwa 850 Mitarbeitern in Österreich (Altenmarkt) und ein Drittel mit rund 350 Arbeitnehmern in Bulgarien. Nachdem Salomon seine Werke in Frankreich geschlossen hat, werden die Skier am Atomic-Standort in Salzburg gefertigt – 50 Leute wurden dafür bereits zusätzlich eingestellt, 30 weitere werden derzeit noch gesucht. Die beiden Markennamen prangen jährlich auf je 500.000 Paar neuen Skiern. Rossignol stellt seine Produktion im Februar und im März vorübergehend ein.

Mit deutlichem Abstand hinter Atomic rangieren hierzulande die Hersteller Head und Fischer laut jüngster GfK-Erhebung mit Marktanteilen von jeweils rund 15 Prozent auf den Plätzen zwei und drei. Gemeinsam beherrschen die drei Big Players weit über die Hälfte des österreichischen Marktes.

Head produziert in Kennelbach (Vorarlberg) und Budweis (Tschechien) und steht derzeit am Ende seines Umstrukturierungsprozesses. Die teilweise Verlagerung der Produktion nach Tschechien ist laut Österreich-Chef Bob Koch so gut wie abgeschlossen. “Die Verluste gehen zurück”, so Koch. In der laufenden Saison seien Marktanteile dazugewonnen und erneut Zuwächse im Verleih erzielt worden. Genauere Bilanzzahlen würden erst Ende Jänner bekanntgegeben.

Bei Fischer rechnet man für das Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende Februar) mit einem Umsatz von 132 Mio. Euro und sieht sich damit “auf Plan”. Ziel für das Gesamtjahr sei “keine schwarze Null, sondern ein kleines Minus” gewesen. “Dieses Ziel werden wir auch erreichen”, weiß Jan Hein Habes, der seit November 2008 an der Spitze des oberösterreichischen Skiherstellers steht. Schmerzhafte Einschnitte beim Personal gab es in den vergangenen Jahren auch bei Fischer: Aktuell beschäftigt der Skiproduzent 480 Mitarbeiter in Ried im Innkreis (Oberösterreich) und 1.000 in der Ukraine (Mukatschewo) – im Herbst 2006 waren es noch 850, also fast doppelt so viele, in Ried und 1.200 in Mukatschewo.

Die Bilanzen der Händler rettete in der Wintersaison der Verkauf von Skihelmen, – brillen, -schuhen und -textilien. Intersport verkaufte heuer um 80 Prozent mehr Helme – nach einem bereits kräftigen Zuwachs von 60 Prozent ein Jahr davor. “Dieser Trend hat vor zwei Jahren begonnen und hat heuer signifikant zugelegt”, so Intersport-Sprecher Christian Mann.

Rein beim Skiverkauf müssten die Händler draufzahlen, meint zumindest Mann. Doch dank zusätzlicher Produktgruppen habe Intersport seit Saisonstart im September im Skisegment ein deutliches Plus beim flächenbereinigten Umsatz von 10 Prozent erwirtschaftet, im Snowboardbereich waren es sogar 12 Prozent.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 12.05.2021 um 06:47 auf https://www.salzburg24.at/archiv/top-skihersteller-bewegen-sich-in-der-verlustzone-59613883

Kommentare

Mehr zum Thema