Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Trotz Publikumserfolgs droht Salzburger Jazzherbst mit dem Abwandern

“Der Salzburger Jazzherbst ist eine Trademark. Ich werde ihn sicher nicht stückweise heruntersparen. Wenn er in Salzburg nicht finanzierbar ist, machen wir ihn eben woanders – es gibt genug Optionen in Österreich.” Das sagte Johannes Kunz, Veranstalter des Salzburger Jazzherbstes am Montag bei einem Pressegespräch an die Adresse der lokalen Politik.

“Das Land hat mir eine Drei-Jahres-Garantie zur Finanzierung gegeben, jetzt warte ich auf die Stadt. Danach werde ich meine Entscheidungen richten.”

Kunz verfügt für den Salzburger Jazzherbst über ein Jahresbudget von rund einer Mio. Euro, 200.000 Euro davon sind Subventionen von Stadt und Land Salzburg. Wieviel genau Kunz jetzt zusätzlich von der öffentlichen Hand verlangt, sagte er nicht. “Ich führe Subventionsverhandlungen nicht über die Medien”, betonte Kunz und fügte hinzu, dass etwa 20 Konzerte für ein richtiges Festival eine sinnvolle Größe sei. “Ich sage ganz deutlich: Wenn die Finanzierung nicht gesichert ist und eigentlich zwei Konzerte gestrichen werden sollten, dann streiche ich lieber drei.”

Hochzufrieden zog Kunz heute Bilanz über den gestern, Sonntag, mit Sonny Rollins fulminant zu Ende gegangenen 14. Jazzherbst. “Das Publikum war begeistert und hat uns eine Auslastung von insgesamt gut 80 Prozent beschert. Sonny Rollins, Cassandra Wilson, Monty Alexander, Axel Zwingenberger oder Roland Neuwirth waren ausverkauft. Damit haben wir die weniger gut besuchten Konzerte abgefangen und unser Ziel erreicht.”

Für den 15. Salzburger Jazzherbst vom 28. Oktober bis 7. November 2010 hat Kunz Musiker wie das Terence Blanchard Quintett, die Pianisten Brad Mehldau und den Shootingstar aus Japan, Hiromi, sowie Bassisten Ron Carter mit vier Cellisten angekündigt. Außerdem kommen die Sängerinnen Jane Monheit und Dianne Reeves oder die österreichischen Musiker Gansch & Roses und Otto Lechner. “Es ist noch nicht fix und nicht offiziell, aber die Chancen stehen gut, dass ich Herbie Hancock für die zweite Gala im Großen Festspielhaus neben Dianne Reeves präsentieren kann”, so Kunz. Darüber hinaus hat Kunz die Pianisten Chick Corea und Keith Jarrett für die folgenden Jahre versprochen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.05.2021 um 12:12 auf https://www.salzburg24.at/archiv/trotz-publikumserfolgs-droht-salzburger-jazzherbst-mit-dem-abwandern-59629090

Kommentare

Mehr zum Thema