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Trotz Wirtschaftskrise produzieren Salzburger Brauereien mehr Bier

Salzburg – Auch wenn die Geldtasche bei vielen Konsumenten schmäler geworden ist: Trotz Wirtschaftskrise ist den Salzburgern der Durst auf das “Volksgetränk” Bier nicht vergangen. Gleich mehrere Brauereien verzeichnen heuer einen Anstieg beim Bierausstoß.

“Es kommen heuer um vier Prozent mehr Gäste als im Vorjahr”, sagte Abt Nicolaus Wagner vom “Augustiner Bräu” im Stadtteil Mülln zur APA. Die “Stiegl”-Brauerei in Salzburg-Maxglan verbuchte beispielsweise ein Bierausstoßplus von fünf Prozent. Demgegenüber ist der branchenweite Bierausstoß österreichweit um durchschnittlich 2,2 Prozent zurückgegangen, informierte der Brauereiverband auf Anfrage.

“Bodenständiges Bier zu einem guten Preis”, ist für Wagner der Grund, warum das Geschäft mit dem Gerstensaft auch in Krisenzeiten läuft. “Unser Bierpreis ist so günstig wie kaum wo in Salzburg. Wir sind uns der sozialen Verpflichtung bewusst”, meinte der Geschäftsführer des “Augustiner Bräu Kloster Mülln”, wo sich auch 94 Stammtischrunden treffen. An der Ausschank ist der halbe Liter um 2,80 Euro zu haben. “Das ist kein Dumpingpreis, sondern wir können als Produzent den Vorteil an den Kunden weitergeben”, erklärte “Bräustübl”-Direktor Rainer Herbe. Falls der heurige Verkaufsanstieg von 4 Prozent stabil bleibe, werde man bis Jahresende auf 10.000 Hektoliter und an die 400.000 Gäste kommen.

Auch bei “Stiegl”-Brauereichef Heinrich Kiener fließt heuer trotz Finanzkrise mehr Bier als im Vorjahr. “Stiegl ist ein echtes Volksgetränk und krisenfest. Das bestätigen die aktuellen Ausstoßzahlen: So haben wir bis Ende September ein Plus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.” Österreichs größte Privatbrauerei rechnet heuer mit einer Million Hektoliter Bierausstoß, 2008 waren es 986.000 Hektoliter.

Sich auf ein Bier zusammenzusetzen gehöre für viele einfach dazu, so Kiener. “Gerade die Wirtschaftskrise hat das Qualitätsbewusstsein gesteigert. Wer fortgeht und sich was leistet, will ein gutes Produkt haben”, sagte der Marketingleiter der Privatbrauerei “Trumer”, Florian Schrems. Im Vergleich zum Vorjahr habe die Brauerei Josef Sigl in Obertrum “einen leichten Anstieg beim Bierausstoß” verzeichnet, so Schrems.

Österreichweit betrachtet war 2009 kein rosiges Jahr für die Brauereien. In den ersten neun Monaten betrug der Bierausstoß inklusive Export und alkoholfreiem Bier 6,75 Millionen Hektoliter, das bedeutet laut Österreichischem Brauereiverband ein Minus von 2,2 Prozent. Der Inlandsausstoß ging um 2,9 Prozent zurück. Die “Brauunion”, Österreichs größter Bierhersteller, verzeichnete im ersten Halbjahr ein Absatzminus. Die weitere Entwicklung im zweiten Halbjahr sowie konkrete Zahlen wurden der APA auf Anfrage nicht genannt, diese würden erst Anfang 2010 publiziert, hieß es in der Kommunikationsleitung.

(Quelle: S24)

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