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Ukraine: Russland schickt 2.000 Soldaten auf die Krim - Obama warnt Russland

Russland soll 2.000 Soldaten auf die ukrainische Krim beordert haben. AP
Russland soll 2.000 Soldaten auf die ukrainische Krim beordert haben.

Auf einer Militärbasis nahe Simferopol sind nach Angaben des Vertreters der ukrainischen Präsidentschaft auf der Halbinsel Krim mehr als 2.000 russische Soldaten gelandet. US-Präsident Obama warnte in einer scharfen Warnung vor einer militärischen Intervention Russlands in der Ukraine, die Situation werde beobachtet

Die Ukraine wirft Russland vor, massiv die Grenze zwischen beiden Ländern zu verletzen. Transportflugzeuge, Hubschrauber und Soldaten seien auf die ukrainische Halbinsel Krim eingedrungen, sagte der UN-Botschafter des Landes, Juri Sergejew, am Freitag nach einer Sondersitzung des Sicherheitsrats in New York. "Wir betrachten das als Aggression." Interimspräsident Alexander Turtschinow sprach von einer "militärischen Invasion" unter dem Deckmantel einer Übung.

Obama warnt Russland vor Militärintervention

Die USA haben Russland vor einer militärischen Intervention auf die ukrainischen Halbinsel Krim gewarnt. Das würde seinen "Preis" haben, sagte US-Präsident Barack Obama in einer spontan anberaumten Pressekonferenz am Freitag. "Jede Verletzung der Souveränität und Grenzen der Ukraine wäre zutiefst destabilisierend", sagte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte. "Sie würden einen tiefen Eingriff ein Angelegenheiten bedeuten, die von den Bürgern der Ukraine entschieden werden müssen."

Die USA seien "zutiefst besorgt", sagte Obama. Die Situation sei "fließend" und werde von Washington genau beobachtet. Zuletzt habe US-Vizepräsident Joe Biden mit dem ukrainischen Premierminister telefoniert, um ihm die Unterstützung der USA zu versichern.

"Keine Rückkehr zum Kalten Krieg"

In einem persönlichen Telefonat hatten Kremlchef Wladimir Putin und Obama vergangene Woche ihre Hoffnung auf eine rasche Stabilisierung der Lage in der Ukraine geäußert. Während einer Mexikoreise hatte Obama gesagt, er halte die Situation in der Ukraine nicht für einen Wettstreit mit Russland. "Es ist nicht unser Ansatz, das wie ein Schachspiel aus Zeiten des Kalten Kriegs zu sehen."
Etwa zeitgleich erklärte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin zu den Berichten, sein Land halte sich an ein Abkommen mit der Ukraine. Einzelheiten zu Einsätzen russischer Soldaten nannte er nicht.

Russische Vorhut auf der Krim

In dem autonomen Gebiet, das hauptsächlich von Russen bewohnt wird, landeten am Freitag nach ukrainischen Angaben unter anderem 13 russische Militärmaschinen vom Typ Iljuschin Il-76 mit insgesamt rund 2000 Soldaten sowie elf Hubschrauber vom Typ Mi-24. Auf der Krim wurde am Abend zudem der Luftraum über der Hauptstadt Simferopol gesperrt. Dies gilt zunächst bis Samstagabend, wie eine Flughafenmitarbeiterin der russischen Staatsagentur Ria Nowosti sagte. Medien zufolge brachen Internet- und Telefonverbindungen des Anbieters Ukrtelecom zusammen.

Interimspräsident Turtschinow äußerte sich empört. "Ich wende mich persönlich an Präsident Wladimir Putin, unverzüglich die Provokationen einzustellen und die Militärs von der Autonomen Republik Krim zurückzurufen", sagte Turtschinow. "Jegliche Versuche der Annexion oder des Eindringens werden sehr ernsthafte Folgen nach sich ziehen."

Von russischer Seite gab es zunächst keine Reaktion. Moskau hatte beteuert, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einzumischen. UN-Botschafter Sergejew rief die Vereinten Nationen auf, jegliche Grenzverletzung zu verurteilen. Neben Transportflugzeugen seien auch elf Hubschrauber in den Luftraum über der Krim eingedrungen. "Und ich spreche von Mi-24. Das sind keine einfachen Transport-, das sind Kampf- und Angriffshubschrauber." Es sei das gleiche Szenario wie in anderen früheren Sowjetrepubliken.

Washington: Janukowitsch hat "jede Legitimität eingebüßt"

Zuvor ließen die USA verlautbaren, dass der gestürzte Präsident Viktor Janukowitsch nach Ansicht der US-Regierung "jede Legitimität eingebüßt" hat. Janukowitsch habe "seine Amtspflichten verletzt" und sein Land verlassen, sagte die US-Außenamtssprecherin Jennifer Psaki am Freitag zur Begründung. Janukowitsch war am vergangenen Samstag vom Parlament in Kiew abgesetzt worden.

Janukowitsch: "Wurde nicht abgesetzt"

Er wird nach dem Tod von 82 Menschen bei Straßenkämpfen in der Hauptstadt Kiew in der vergangenen Woche wegen "Massenmordes" gesucht. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Flucht aus der Ukraine hatte Janukowitsch am Freitag seinen Anspruch auf das Präsidentenamt bekräftigt. "Ich wurde von niemandem abgesetzt", sagte Janukowitsch bei einer Pressekonferenz im russischen Rostow am Don. Er sei zum Verlassen der Ukraine gezwungen gewesen, weil sein Leben bedroht worden sei, werde aber weiter um die Zukunft der Ukraine kämpfen. Er warf "jungen Nationalisten und Neo-Faschisten" vor, "Anarchie, Chaos und Terror" zu verbreiten. (red/dpa/APA)

(Quelle: S24)

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