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Ultimatum für im Jemen entführten Wiener endet: "Kann noch dauern"

Entführter Österreicher im Jemen - Außenamt: "Kann noch lange dauern Screenshot YouTube
Entführter Österreicher im Jemen - Außenamt: "Kann noch lange dauern

Das Ultimatum für den im Jemen entführten Wiener Studenten läuft ab. Das Außenamt rechnet noch mit langen Verhandlungen.

Am Donnerstag, den 28. Februar endet das Ultimatum der Entführter des österreichischen Studenten Dominik N.. Der  Sprecher des Außenamtes, Martin Weiss, meinte nun am Abend, dass die Verhandlungen noch "sehr lange dauern" können.

Die Erfahrung der Vergangenheit habe gezeigt, dass bei derartigen Entführungen Geduld angebracht sei, meinte Weiss. Er führte als Beispiel die jüngst erfolgte Freilassung einer Schweizer Geisel im Jemen an. Die Lehrerin war fast ein Jahr in der Gewalt ihrer Kidnapper. Auch im Fall der 2008 entführten Halleiner Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber, die aus dem tunesisch-algerischen Grenzgebiet in den Norden Malis verschleppt worden waren, habe es mehrere Ultimaten gegeben, erinnerte Weiss.

Österreich zahlt kein Lösegeld für Wiener

Man werde in den kommenden Wochen versuchen, eher in Ruhe weitere Verhandlungen zu führen. Der Außenamts-Sprecher bekräftigte neuerlich, dass Österreich kein Lösegeld zahlen werde. Das sei aber eine bekannte Position, die bereits mehrfach zuvor geäußert worden sei.

Der Terrorismusexperte Ralf Tophoven gab eine vorsichtige Entwarnung: Von einer sofortigen Erschießung der Geisel sollte man nicht unbedingt ausgehen. In der Regel würden Geiseln am Ende unversehrt freigelassen werden, zeigt die Vergangenheit. "Angesichts der Geschichte wäre ich selbst verwundert, wenn die Entführung diesmal anders ausgehen würde", zeigte sich Tophoven zuversichtlich.

Die Verhandlungen für den 26-jährigen Wiener Studenten könnten also noch lange dauern. Dominik N. wurde im Dezember 2012 im Jemen entführt und vor Tagen war ein Video aufgetaucht, indem der Student davor warnt, ermordet zu werden, würden die Forderungen der Entführer nicht erfüllt werden. Trotz einer Video-Botschaft der Eltern an die Entführer, gab es bisher keine weiteren Reaktionen aus dem Jemen.

(Red./APA)

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