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Umstrittenes Wasserkraftwerk Stegenwald

Werfen – Das Land Salzburg und der Energieversorger Salzburg AG wollen den Bau des Wasserkraftwerkes Stegenwald, die Landesumweltanwaltschaft und Naturschützer sind dagegen.&nbspVideo: Kraftwerk Stegersbach sorgt für Unmut&nbsp

Dieser Teil der Salzach sei nahezu naturbelassen. Das Kraftwerk Stegenwald sei für den Pongau und Salzburg so wichtig, weil es für den Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz, den Arbeitsmarkt und die Versorgungssicherheit bei Strom in der Region wäre, stellte Umweltlandesrat Walter Blachfellner am Donnerstag bei einem Pressegespräch mit Salzburg-AG-Vorstand Arno Gasteiger fest. Mit dem Bau des Kraftwerkes Stegenwald soll im Herbst 2010 begonnen werden, “wenn alle Verfahren schnell ablaufen”, so Gasteiger. Das neue Kraftwerk soll rund 60 Mio. Euro kosten und 65 Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen.

Wasserkraft schafft vieles, so auch neue Arbeitsplätze: “Wenn wir beim Kraftwerk Stegenwald von einer rund dreijährigen Bauzeit ausgehen, sind während dieser Zeit rund 300 Mitarbeiter direkt und indirekt dort beschäftigt, das heißt, sowohl auf der Baustelle als auch in der Zulieferungsindustrie. Auf der Baustelle selber werden etwa 80 Mitarbeiter tätig sein”, so Blachfellner. Diese Beschäftigungseffekte wurden auch beim Salzachkraftwerk Werfen-Pfarrwerfen erzielt.

Das vorhandene Potenzial zum Ausbau der mittleren Wasserkraft müsse ausgeschöpft werden, “aber mit Augenmaß und einer entsprechenden Balance zwischen Ökonomie und Ökologie”, so Blachfellner. Der Gewässerschutz im Bundesland Salzburg achte streng darauf, dass Bauvorhaben in Gewässernähe den Zustand – sowohl was die Wassergüte als auch die Fischökologie betreffe – nicht negativ beeinträchtigen.

Blachfellner ging auch auf die Einwände der Landesumweltanwaltschaft ein, die aber nicht berechtigt seien. Der Landesrat verwies unter anderem auf die Entscheidung der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau, die den Antrag des Landesumweltanwalts auf Erklärung zum Naturdenkmal abgelehnt hatte. Konkret heißt es von der Bezirkshauptmannschaft St. Johann in ihrem Schreiben: “Eine anlassbezogene Unterschutzstellung des bezeichneten Salzachabschnittes im Raum Stegenwald durch Erklärung zum Naturdenkmal wird von der Bezirkshauptmannschaft St. Johann nicht in Betracht gezogen, da im Falle von Eingriffen, wie sie beispielsweise bei der Errichtung eines Kraftwerkes zu erwarten wären, die naturschutzrechtlichen Bestimmungen ohnehin zur Anwendung kommen würden.” Den Antrag auf Einleitung eines Verfahrens hat die Bezirksbehörde St. Johann zwar abgelehnt, die Landesumweltanwaltschaft hat nun aber bei der Bezirkshauptmannschaft erneut für den Salzachabschnitt bei Werfen-Stegenwald um eine “rasche Ausweisung als geschützter Landschaftsteil oder Naturdenkmal” ersucht.

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(Quelle: S24)

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