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Unruhen in Venezuela gehen weiter

Studentenproteste gegen Regierung Salzburg24
Studentenproteste gegen Regierung

Nach den heftigen Protesten gegen die Linksregierung in Venezuela bleibt die Lage in der Hauptstadt Caracas gespannt. Aus verschiedenen Stadtteilen der Millionenmetropole wurden am Mittwoch (Ortszeit) erneut gewaltsame Zusammenstöße zwischen oppositionellen Studenten, Polizei und bewaffneten Regierungsanhänger gemeldet. Mehrere Menschen erlitten Schussverletzungen.

Polizeieinheiten gingen mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Einige Straßen der Hauptstadt waren auch am Donnerstag noch durch brennende Barrikaden blockiert. US-Präsident Obama verurteilte die Gewalt und forderte die gegnerischen Lager zum Dialog auf.

Der linke Staatschef Nicolas Maduro schlug angesichts der andauernden Proteste erneut harte Töne an. "Wir stehen vor einem sich weiter entfesselnden Staatsstreich gegen Venezuela. Der Chef des Faschismus ist schon gefangen, und ich werde das mit allen Faschisten machen, wo immer sie sein mögen", sagte Maduro am Mittwochabend (Ortszeit) mit Blick auf den festgenommenen Oppositionellen Leopoldo Lopez.

Lopez hatte sich am Dienstag der Polizei gestellt. Er wurde nach Medienangaben in ein Gefängnis außerhalb von Caracas verlegt. Maduro wertete die "freundschaftliche Vereinbarung" über die freiwillige Überstellung von Lopez als Zeichen, dass Regierung und Opposition sich "respektieren" könnten und ein Zusammenleben möglich sei.

US-Präsident Obama zeigte sich am Rande des Nordamerika- Gipfels im mexikanischen Toluca besorgt über die Lage in Venezuela, das vorige Woche drei US-Konsularbeamte wegen Konspiration des Landes verwiesen hatte. "Gemeinsam mit der Organisation Amerikanischer Staaten fordern wir die venezolanische Regierung zur Freilassung der festgenommenen Demonstranten und zu einem echten Dialog auf", sagte Obama.

Seit dem 12. Februar kamen nach Medienangaben mindestens sechs Menschen bei den Unruhen ums Leben, fünf von ihnen starben durch Schüsse. Unter den Opfern sind zwei Anhänger der Regierung und vier Demonstranten. Die Regierung zeigte Videos, auf denen teils vermummte Demonstranten Gebäude und Barrikaden in Brand setzen und Polizisten mit Steinen bewerfen. Die Opposition beschuldigte dagegen Regierungsanhänger, mit schweren Waffen auf Demonstranten zu feuern. Für Samstag rief das Oppositionsbündnis MUD zu einem Protestmarsch auf.

Die Studentenproteste richten sich vor allem gegen die mangelnde Sicherheitslage in Venezuela, das über eine der weltweit höchsten Mordraten verfügt. Zudem leidet das ölreiche Land unter einer drastischen Wirtschaftskrise, für die die Regierung Spekulanten und die rechte Opposition verantwortlich macht. 2013 verzeichnete Venezuela eine Inflationsrate von über 55 Prozent. Einige Produkte des täglichen Gebrauchs - wie Milch oder Toilettenpapier - sind knapp. Mehrere Zeitung mussten wegen Engpässen beim Druckpapier den Umfang ihrer Ausgaben verringern.

(Quelle: S24)

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