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Verein "Bürger für Salzburg" macht Bürgerliste Konkurrenz

Sie wollen die neue, alte Bürgerliste sein – sagen die „Bürger für Salzburg", die am 9. März bei der Gemeinderatswahl in der Stadt Salzburg antreten. Das idealistische Programm der fünfköpfigen Truppe greift viele Kernthemen des Wahlkampfes insgesamt auf – stellt aber in erster Linie den Willen der Bürger in den Mittelpunkt. Wir haben den Spitzenkandidaten Christoph Ferch zum Interview gebeten.

Einen Namen gemacht hat sich Ferch bereits unter anderem durch die Gründung des Komitees Rehrl-Platz, dem er als Obmann vorsteht. Als Gegner des von der Bürgerliste beworbenen Projektes scheint es zunächst paradox, dass der Kulturmanager politisch gesehen in deren Fußstapfen treten will – „Nicht die jetzigen, ich will die Bürgerliste weiterführen, die vor 35 Jahren von Herbert Fux gegründet wurde", betont Ferch im Gespräch mit SALZBURG24. Die Bürgerliste wurde damals mit dem Ziel gegründet, die Salzburger Altstadt zu erhalten sowie gegen die Verbauung von Grünflächen, Korruption und Parteienproporz anzukämpfen. „Heute passiert durch die Bürgerliste genau das, wogegen sich die Bürgerliste ursprünglich gegründet hatte", kritisiert Ferch. „Bürger für Salzburg" ist keine Partei nach Parteiengesetz, sondern ein eingetragener Verein, „weil die Parteistruktur schon sehr verkrustet ist", sagt er. Auch nach der Wahl will man als Verein weiteragieren.

Verkehr - Wohnen - Bürgerbeteiligung

Das Pogramm des Vereins beinhaltet im Wesentlichen die altbekannten und altbewährten Themen, wie Wohnen, Verkehr und Mitbestimmung der Bürger. Wenn es nach dem Verein geht, soll dabei (fast) alles auf den Kopf gestellt werden: Prüfung der Gemeinnützigen Bauträger durch den Rechnungshof, um festzustellen, wie und wo wirtschaftlicher und effizienter gebaut werden kann, batteriebetriebene Busse aus China, die die Leute von den P&R-Plätzen in die Innenstadt bringen sollen und die Entwirrung des „überorganisierten" Verwaltungsapparates der Stadt Salzburg – quasi die Errichtung eines „One-Stop-Shops", einer Behörde, die sich um alle verwaltungstechnischen Anliegen der Salzburger kümmert.

 

Bürger für Salzburg Salzburg24
Bürger für Salzburg
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Bürgerwille im Mittelpunkt

Der Grundgedanke des Vereins ist aber der „Bürgerwille": „Es wird viel zu wenig auf das geachtet, was die Bürger wollen. Wir müssen endlich einmal die Probleme der Bürger lösen. Das ist unser Ansatz. Und ich glaube, dass das in sehr vielen Bereichen geht", so Ferch, der laut eigenen Aussagen selbst viele Gespräche mit den Salzburgern auf der Straße führt. „Der Frust über die Politik hat ein Ausmaß angenommen, das ich selbst nie erwartet hätte. Das heißt für mich, dass irgendwer, der schon lange im Amt ist, irgendwas nicht richtig gemacht hat." Die Farben-Politik, wie sie jetzt betrieben werde, sei schon längst überholt, ist sich der Kulturmanager sicher. Man müsse als Politiker endlich lernen, nicht aus parteipolitischen Motivationen heraus zu agieren und entscheiden, sondern unabhängig von der Parteifarbe über die Sache an sich nachdenken. „Wenn die Idee einer Partei gut ist, warum muss die ‚gegnerische' Partei diese Idee dann automatisch ablehnen? – das ist unsinnig", so Ferch.

"Der Gemeinderat muss bunter werden"

Die elf antretenden Listen sehe man nicht als Konkurrenz, sondern mehr als Bereicherung für die städtische Politik. „Es muss bunter werden, die absolute Mehrheit sollte nicht mehr so leicht möglich sein, denn dann müssen sich die Parteien andere suchen, mit denen sie was durchbekommen", hofft Ferch, der sich übrigens „sehr sicher" ist, nach der Wahl im Gemeinderat zu sitzen.

(Quelle: S24)

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