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Verfahren gegen Salzburger wegen Mordes an Prostituierter eingestellt

Salzburg – Der Mord an einer 42-jährigen Prostituierten im August 2007 nahe Krumau ist nach wie vor nicht geklärt. Gegen einen verdächtigen Salzburger hat die Staatsanwaltschaft Salzburg nun das Strafverfahren eingestellt.

Der 30-Jährige hatte zwar intimen Kontakt mit dem späteren Opfer – was ein DNA-Abgleich auch belegt -, eine Handyauswertung ergab aber, dass er wieder in Salzburg war, als die Frau noch lebte. Nun laufen die Ermittlungen gegen einen Oberösterreicher.

Mit sechs Messerstichen im Herz und in der Lunge wurde die Straßenprostituierte Gabriela S. aus dem tschechischen Krumau am 16. August 2007 tot im “Lipno”-Stausee aufgefunden. Laut Obduktionsgutachten trat der Tod ungefähr drei Tage vor Auffindung der Leiche ein. Vier Tage zuvor, am 12. August, hat eine Überwachungskamera am Grenzübergang Wullowitz den Pkw des Kaufmanns aus dem Salzburger Flachgau um 16.21 Uhr bei der Einreise nach Tschechien fotografiert.

Ein DNA-Abgleich belastete den gebürtigen Oberösterreicher schwer: Unter den Fingernägeln der linken Hand der Getöteten fanden die Ermittler biologisches Spurenmaterial des Verdächtigen und einer weiteren Person. Bei der polizeilichen Einvernahme gab der Mann einen “Handverkehr” mit der 42-Jährigen zu, bestritt aber jeglichen Tatzusammenhang.

Seine Angaben, dass er am Abend nach Salzburg zurückgefahren sei und beim heimischen Radiosender “Antenne” angerufen habe, stellten sich als richtig heraus. Eine Auswertung seiner Handydaten hat ergeben, dass er um 20.14 Uhr ins österreichische Mobilfunknetz eingeloggt war, um 21.56 Uhr soll er sich bereits im Salzburger Stadtteil Liefering befunden haben. Die Prostituierte war aber um 22.30 Uhr von einer Zeugin noch lebend gesehen worden.

“Die den Beschuldigten belastenden Indizien sind nicht geeignet, ihn des Mordes zu überführen”, begründete die Mediensprecherin der Salzburger Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger, am Donnerstag die Verfahrenseinstellung. Es konnte kein biologisches Material der Getöteten an der Kleidung, am Fahrzeug und in der Wohnung des Salzburgers festgestellt werden. Der Verdächtige wies allerdings Verletzungen auf. Seine Behauptung, sie rührten von einem Sturz her, konnten nicht widerlegt werden. Der Mann wurde am 11. September 2007 aus einer zehntägigen U-Haft in der Salzburger Justizanstalt entlassen.

Die tschechischen Behörden in Südböhmen haben das Verfahren bereits am 12. Februar 2008 eingestellt. Begründung: Nach Angaben einer Zeugin könnte die Prostituierte im Fahrzeug eines Zuhälters abtransportiert worden sein. Der österreichische Akt wandert nun von Salzburg nach Wels. In Verdacht geraten ist ein aus Marokko stammender Oberösterreicher, der im Bezirk Eferding wohnt. Sein Auto wurde im Tatzeitraum am Grenzübergang nach Tschechien registriert.

(Quelle: S24)

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